MUSIK

Im Wald der Worte

Charlotte Brandi
Foto: Helen Sobiralski

Auch wenn vom Jahr 2020 wohl vor allem die Erinnerung an unnötige Livestreams aus Küchen und Badezimmern bleiben wird, hatte der Lockdown durchaus auch positive Effekte: Nach zwei Alben als Teil des Duos Me And My Drummer und ihrem Solodebüt „The Magician“ hat sich Charlotte Brandi im lahmgelegten Berlin erstmals an deutschen Texten versucht.

Die EP „An das Angstland“ überzeugt mit vier Kompositionen zwischen Chanson, Folk und Jazz – doch sensationell ist dieses kleine Wunderwerk vor allem wegen Brandis lyrischer Bilder, die oft erst nach und nach ihre Bedeutung preisgeben. „Was hab ich davon, ’ne Frau zu sein/Wenn ein fleischloses Wesen den Rumpf mir sprengt/Ich wiege mich nur im Wind allein/Habe Falten auf einer Stirn/Die was denkt“, singt sie etwa im Opener „Wind“, und konnte damit auch gleich Dirk von Lowtzow als Duettpartner gewinnen.

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