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„Downland“ von Claus Fischer: Am Anfang war die Blockflöte

Claus Fischer beim Konzert auf der Bühne, macht Victory-Zeichen
Foto: Steff Aperdannier

Er hat in der TV-Total-Band den Bass gespielt und geht regelmäßig mit Künstler:innen wie Christopher Cross, Chaka Khan und Gregor Meyle auf Tour. Doch endlich hat Claus Fischer mit „Downland“ auch mal sein ganz eigenes Ding gemacht.

Das Album „Downland“ von Claus Fischer ist unser Jazzthema der Woche.

Claus, wie kommt man als Junge auf die Idee, sich Gitarre, Bass und Drums ohne Lehrer so professionell draufzuschaffen, dass man das später alles studiotauglich einsetzen kann?

Claus Fischer: Am Anfang war die Blockflöte. Ich bin aber zwei Jahre lang nicht zum Unterricht gegangen, sondern habe lieber Fußball gespielt. Kurz vor der Abschlussprüfung hat dann die Lehrerin zu meiner Mutter gesagt: Frau Fischer, das wird wohl nichts. Da gab’s erstmal Krach, ich habe mich zwei Tage lang hingesetzt und geübt und es dann bei der Prüfung gerockt. Dann hat die Lehrerin gesagt: Der Junge kann alles spielen.

Fühlt sich jemand wie du eher als handwerklicher Tausendsassa oder doch schon als musikalisches Mastermind?

Fischer: Ich weiß schon, dass mir vieles leichter fällt als anderen. Darauf bin ich nicht stolz, das ist ein Talent, das ich mir erarbeitet habe. Als Mastermind kategorisieren mich vielleicht andere. Ich sehe mich in der Tat mehr als Handwerker – ich bin ja auch gelernter Schreiner.

Du sprichst von „Downland“ als ein Corona-Lockdown-Notwehr-Produkt …

Fischer: Ich habe mich im Lockdown nicht gelangweilt. Aber immer schon war die Frage: Wann kann ich ein solches Album machen? Ich hatte mich bis dahin immer damit rausgeredet, dass ich keine Zeit dafür habe. Dann wurden mir acht Tourneen abgesagt – und plötzlich war sie da, die Zeit.

„Ich liebe gute Pianisten und Keyboarder – und die lieben mich offensichtlich auch.“ Claus Fischer im Interview zu seinem Album „Downland“

Mit Don Grusin, Florian Ross und Simon Oslender ist die Tastenfraktion auf deinem Grenzgang zwischen Jazz, Fusion und Americana stark überrepräsentiert. Was sagt der Saitenmann Fischer dazu?

Fischer: Ich liebe gute Pianisten und Keyboarder – und die lieben mich offensichtlich auch. Ich habe schon öfter von Keyboardern gehört: Claus, wenn ich Bass spielen könnte, würde ich so wie du spielen wollen. Und wenn mich eins ärgert, dann ist es, dass ich nie Klavier gelernt habe.

Claus Fischer ist mit seinem Album „Downland“ unser Jazzthema der Woche. Zuletzt haben wir an dieser Stelle „In-Dependence“ von Stephanie Lottermoser vorgestellt.