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„Das Lehrerzimmer“ bei Arte: Ein Film, zum Schreien gut

Das Lehrerzimmer läuft bei Arte.
Die junge Lehrerin Carla Nowak (Leonie Benesch) kämpft zwischen wütenden Eltern, starrköpfigen Kollegen und verunsicherten Schülern um Gerechtigkeit und Vertrauen. Honorarfreie Verwendung nur im Zusammenhang mit genannter Sendung und bei folgender Nennung "Bild: Sendeanstalt/Copyright". Andere Verwendungen nur nach vorheriger Absprache: ARTE-Bildredaktion, Silke Wölk Tel.: +33 3 90 14 22 25, E-Mail: bildredaktion@arte.tv (© Judith Kaufmann/Alamode Film Foto: ZDF)

Einer unserer Lieblingsfilme 2023: Eine junge Lehrerin will gegen Rassismus im Klassenzimmer vorgehen und löst damit eine Kettenreaktion aus …

„Das Lehrerzimmer“ läuft am 18. Februar bei Arte und ist bis 18. Mai in der Arte-Mediathek zu finden.

Sie ist die Neue im Kollegium. Frisch aus dem Studium ist die Junglehrerin Clara Nowak noch voller Ambitionen und Idealismus. Engagiert, gut gelaunt und verständnisvoll, und für die Schüler:innen wie für die Kolleg:innen stets ansprechbar. Als sich in der Schule Diebstähle häufen und ein türkischstämmiger Junge verdächtigt wird, kann und will Clara Nowak diesen offensichtlichen Rassismus nicht dulden. Sie möchte den wahren Täter selbst auf die Spur kommen und stellt ihm eine Falle – und glaubt die Schulsekretärin (Eva Löbau) auf frischer Tat ertappt zu haben. Was sie damit lostritt, hätte sich Nowak allerdings in schlimmsten Alpträumen nicht ausmalen können.

İlker Çataks „Das Lehrerzimmer“ ist weit mehr als ein fokussierter Blick in den Mikrokosmos Schule. Çatak und sein Ko-Autor Johannes Duncker begnügen sich nicht damit, diese geschlossene Welt aus Helikoptereltern und überforderten Lehrkräften zu sezieren. Sie erweitern die Geschehnisse an diesem Gymnasium zu einer Parabel über den Zustand unserer shitstormverliebten, von Vorurteilen und der Angst vor Verantwortung geprägten Gesellschaft. Was wie ein Drama aus dem Schulalltag beginnt, entwickelt sich sukzessive zu einem beklemmenden, den Atem raubenden Psychothriller. Nowak, gespielt von der überragenden Leonie Benesch, wird zur Getriebenen.

In ihren Augen spiegelt sich zunehmend die Angst vor dem endgültigen Kontrollverlust. Die Kamera verfolgt sie dabei in Großaufnahmen durch die Schauplätze an der Schule. Ein Draußen gibt es nicht. Durch die von kalten Farben geprägten Bilder im einengenden 4:3-Format und einem spannungssteigernden Streicher-Score gelingt es, die wachsende Panik und klaustrophobische Atmosphäre unweigerlich direkt ins Publikum übertragen. Ein in jeder Hinsicht überzeugendes Gesamtkunstwerk.

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