KUNST

Das Deutsche Romantik-Museum hat seine Türen geöffnet

Deutsches Romantik-Museum
Blick in den Großen Hirschgraben auf das Frankfurter Goethe-Haus und das Deutsche Romantik-Museum Architektur: Mäcklerarchitekten Foto: © Freies Deutsches Hochstift, Foto: Alexander Paul Englert

Deutsches Romantik-Museum: In Frankfurt am Main lädt das neue Ausstellungshaus nun alle Interessierten an den Main, um sich eine der bedeutendsten deutsche Epochen der Literatur, Malerei und Musik ganz genau anzuschauen.

Deutsches Romantik-Museum: Alles dabei, was Rang und Namen hat

Die Handschriften von Clemens und Bettine Brentano, Joseph von Eichendorffs handschriftlicher Entwurf zu seinem berühmten Gedicht „Wünschelrute“, das Manuskript von Ludwig Tiecks Novelle „Des Lebens Überfluss“. Schriften von Novalis, Friedrich und August Wilhelm von Schlegel, E.T.A. Hoffmann und Heinrich Heine, die Bilder von Caspar David Friedrich, Johann Heinrich Füssli und Philipp Otto Runge, die Musik von Robert Schumann (seine eigenhändigen Kompositionsentwürfe zu „Szene aus Goethes Faust“): All dies hat nun eine neue „Heimat“ gefunden, eine Art museale Basisstation direkt neben dem Goethe-Haus. Zehn Jahre lang hat das Team des Freien Deutschen Hochstifts, dem Träger des Frankfurter Goethe-Hauses, an der Umsetzung des Deutschen Romantik-Museums gearbeitet. Nun ist es es endlich so weit.

Deutsches Romantik-Museum
Experimentalanordnungen Ausstellungsgestaltung: Sounds of Silence; Interaktive Medienexponate: MESO Digital Interiors; Lichtkonzept: atelier deLuxe
Foto: © Freies Deutsches Hochstift, Foto: Alexander Paul Englert

Deutsches Romantik-Museum: Die Bedeutung der Epoche

Auf drei Stockwerken mit 35 Stationen biete das Museum eine feste Ausstellungsfläche von circa 1 200 Quadratmetern und 400 Quadratmetern für Wechselausstellungen und hebt die Bedeutung der Romantik als deutsche Schlüsselepoche noch einmal nachhaltig hervor. Im Dialog mit dem benachbarten Goethe-Haus sind Manuskripte, Grafik, Gemälde und Gebrauchsgegenstände zu sehen. Das Deutsche Romantik-Museum bietet eine multimediale Umsetzung von Ideen, Werken und Personenkonstellationen.  Grundlage für das Museum ist die Sammlung zur Literatur der deutschen Romantik, die in den vergangenen 100 Jahren vom Freien Deutschen Hochstift zusammengetragen wurde. Im Hochstift finden sich die international umfangreichsten und vielseitigsten Bestände zu den literarischen Schlüsselfiguren der Epoche.

Romantiker und Romantikerinnen: Was sie antrieb

Das Deutsche Romantik-Museum will auch zeigen, dass die Romantik, die vom Ende des 18. Jahrhundert bis weit ins 19. Jahrhundert reichte, nicht nur eine Epoche der Kulturgeschichte war. Auch ein ästhetisches Programm, eine Geisteshaltung und einfach ein Gefühl war das, was seine Protagonist:innen umtrieb und motivierte. Die Besetzung durch Napoleons Truppen, die von Ende des 19. Jahrhunderts bis zu Napoleons Niederlage bei Waterloo 1815 große Teile der deutschsprachigen Länder unter französisches Recht brachten, sorgte für eine Weltflucht und Hinwendung zur Vergangenheit, vor allem zum Mittelalter mit seinen Burgen und Schlössern.

Stark ausgeprägt und eng verbunden mit der Idealisierung des Mittelalters war auch der Wunsch nach einer nationalen Identität, nach selbständigen Nationalstaaten, nach einem deutschen Gefühl. Nach dem Ende der Befreiungskriege (1813–1815) mussten die Intellektuellen und Künstler feststellen, dass sie zwar gegen Napoleon mitkämpfen, aber anschließend nicht mitbestimmen durften. Im Gegenteil: Die Zensur wurde verschärft. Die Romantik nahm ihren politischen Weg und traf in anderen europäischen Ländern auf ähnliche Tendenzen.

Deutsches Romantik-Museum
Ein verwirrender Blick nach oben: die Wendetreppe im Deutschen Romantik-Museum
Foto: © Freies Deutsches Hochstift, Foto: Alexander Paul Englert

Mehr Informationen gibt es auf der Website des Deutschen Romantik-Museums.

Das Museum ist Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet und am Donnerstag von 10 bis 21 Uhr. Montag ist geschlossen.

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