URBANE KULTUR

Liebenswert und kriminell

Bonn Parks „Die Räuber der Herzen“ am Deutschen SchauSpielHaus Hamburg.
Foto: Thomas Aurin

„Alles soll sich wahnsinnig toll anfühlen, und alles soll immer glatt gehen, und das Scheitern ist auch nur Teil des Erfolgs, und es gibt nichts Schlimmes, und alles ist immer gut. Und die Räuber sind sehr freundlich und sehr charmant und man liebt sie über alles.“

Bonn Park

Wie bringt man das Publikum dazu, sich in Verbrecher zu verlieben? Für „Die Räuber der Herzen“ vermengt Bonn Park am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg Schillers Klassiker „Die Räuber“ mit Steven Soderberghs „Ocean’s Eleven“. In dem Heistfilm spielen George Clooney und Brad Pitt Berufsverbrecher, die ein Casino ausrauben. Aber weil sie George Clooney und Brad Pitt sind, fiebern wir bei allen Schandtaten mit. Schillers Gebrüder Moor sind eigentlich lange nicht so sorglos und selbstsicher wie ihre amerikanischen Kollegen. Jetzt bekommen sie die Chance, auch einmal so cool und liebenswert zu sein wie Clooney und Pitt. Auf diese Weise will Park sie nicht nur Reichtümer, sondern auch die Herzen des Publikums stehlen lassen – ein Vierteljahrtausend nach der Uraufführung. So kosmopolitisch hat man Schiller selten gesehen.

„Die Räuber der Herzen“ wird am 6. November 2020 zum ersten Mal präsentiert.

Karten gibt es auf der Webseite des SchauSpielHauses.