Die 10 besten Veranstaltungen in NRW im Januar

Unsere liebsten Veranstaltungen in NRW: Konzerte

The Teskey Brothers klingen auf fast unheimliche Weise nostalgisch. Mit der rauchigen Stimme von Josh Teskey, den Bluesriffs seines Bruders Sam und den tighten Rhythmen von Brendon Love und Liam Gough könnten sie direkt von einem Southern-Soul-Konzert der 60er hierher transportiert worden sein. Doch das hat nichts mit Kalkül zu tun: Die Teskey Brothers spielen diese Musik, weil sie sie lieben. Und das haben sie viele Jahre lang ohne den Schatten eines Erfolgs getan. Ihr erstes Album „Half Mile Harvest“ mussten die Australier dann auch im heimischen Keller aufnehmen. Doch jetzt hört die Welt endlich hin – und die Teskey Brothers kommen wieder auf Tour. Kantine Köln 30. 1., 20 Uhr

Mister Me Es muss ein großartiges Gefühl sein, auf einer Bühne zu stehen und sich mit allen Leuten im Publikum verbunden zu fühlen. Mister Me lebt für dieses Feeling: Seine Musik, die er selbst lapidar als „deutschsprachige Popmusik“ bezeichnet, ist so authentisch, direkt und ehrlich, wie man es sonst selten kennt. Vielleicht spielt dabei Mister Mes Vergangenheit als Rapper eine Rolle. So oder so kostet es viel Mut, sein Innerstes auf diese Art offen zu legen. Zum Glück zahlt sich der für Mister Me immer wieder aus. So war auch seine Entscheidung, sein zweites Album per Crowdfunding zu finanzieren, eindeutig die richtige – spielend wurde der benötigte Betrag erreicht. Jetzt erscheint „Das Ende vom Hass“. KGB Langenberg 19. 1., 20 Uhr

Unsere liebsten Veranstaltungen in NRW: Bühne

„Chaosmos“ eröffnet die „NOperas!“-Reihe der Opern Halle, Wuppertal und Bremen
„Chaosmos“ Foto: Anders Gjennestad

Chaosmos Den Auftakt zur „NOperas!“-Reihe der Opern Wuppertal, Halle und Bremen macht „Chaosmos“, eine interaktive Gabelstapler-Oper, die die Bühne zum Logistikzentrum mutieren lässt. Jay und Joe sind Lagerarbeiter, sie fahren mit ihrem Gabelstapler immer wieder Kisten hin und her. In denen befinden sich Teile der Partitur und der Geschichte – Joe sortiert die Kisten, Jay bringt sie durcheinander. Die Zuschauer*innen haben dabei die Möglichkeit, das Stück zu beeinflussen, indem sie die Kisten vor Beginn des Stücks bewegen. „Chaosmos“ wirft einen Blick auf das menschliche Bedürfnis nach Ordnung und Schöpfung, sowie nach Chaos und Zerstörung. Opernhaus Wuppertal ab 11. 1.

Apeiron Ein Schauspieler, eine Unternehmerin, ein Politiker. Sie alle befinden sich am Höhepunkt ihrer Karriere – doch was folgt auf den Höhepunkt? Für einen Moment steht die Zeit still, und sie sehen sich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, ziehen zwangsläufig ein Resümee: Wer waren sie einst, wohin sind sie gegangen – und warum? Theater Bonn ab 24. 1.

Unsere liebsten Veranstaltungen in NRW: Kabarett

Patrick Salmen mit seinem Programm „Ekstase“ in NRW im Januar: Eine tolle Veranstaltung
Patrick Salmen Foto: Fabian Stuertz

Patrick Salmen „Extase – Ist doch auch mal ganz schön“: Dieser Titel konterkariert sich natürlich gleich mal selbst in seiner Widersprüchlichkeit der Emotionen. Patrick Salmens gleichnamiges, soeben erschienenes Buch mit Texten über Franzbrötchen, Feminismus und Popmusik mäandert wie gewohnt durch die Alltagsthemen, wie sie Salmen gerade so zugeflogen sind. Denn: Alltagsbeobachtung ist die ganz große Stärke des Autors, der sich gerne auch als Lesekabarettist bezeichnet. Salmen kommt von der Slam-Poetry, nennt seine Texte aber zu Recht schon lange Kurzgeschichten. Er gehört nicht zu den Extrovertiertesten seiner Zunft, doch seine Geschichten stecken voller Schalk. Zakk Düsseldorf 22. 1., 20 Uhr

Bernd Gieseking „Ab dafür!“ sagt Bernd Gieseking und moderiert damit seinen satirischen Jahresrückblick an. Gieseking präseniert eine „rasante Achterbahnfahrt durch Peinlichkeiten und Höhepunkte der letzten 12 Monate“. Er feiert mit diesem Konzept aktuell sein 25-Jähriges, was ihn zum Urvater des Jahresrückblicks macht. Alle anderen Satiriker und Kabarettisten sprangen später auf den Zug auf. Orangerie-Theater Köln 11. 1., 20.15 Uhr

C. Heiland
C. Heiland Foto: Sven Ihlenfeld

C. Heiland „Ist der Mann komplett durchgeknallt oder hat er zu viel Douglas Adams gelesen?“ Das hatten wir noch an dieser Stelle anlässlich eines der früheren Programme von C. Heiland gefragt. Jetzt kommt uns Christian Halangk, wie C. Heiland im normalen Leben heißt, mit seiner Vergangenheit als Psychologe, besser gesagt seinen Kenntnissen aus dem Studium, um einen Abend lang über den Trend der Selbstoptimierung zu plaudern. Ob nun Lachyoga, Gesundfasten oder Paartherapie, C. Heiland verspricht: Nach einem Abend mit ihm braucht keiner mehr eine Selbstoptimierung. Ob da der Name mit einem durchgeht, der Wunder vollbringen will? Haus der Springmaus Bonn 8. 1., 20 Uhr Atelier Theater Köln 17. 1., 20 Uhr Ruhrcongress Bochum 18. 1., 20 Uhr

Unsere liebsten Veranstaltungen in NRW: Klassik

Die BTHVN-Woche im Beethoven-Haus Bonn
Stieler, Joseph Karl: Beethoven mit der Missa solemnis Ölgemälde, 1819 Foto: Beethoven-Haus Bonn

BTHVN-Woche: Beethoven Pur So manchem Klassikhörer mag das Beethoven-Jubiläum 2020 langweilen, da es schon dieses Jahr in aller Munde war. Doch an einem Beethoven-Schwerpunkt kommen selbst Zweifler*innen dieses Jahr nicht vorbei: dem des Beethoven-Hauses in Bonn. Denn das Beethoven-Haus setzt sich tiefgehend und vielschichtig mit dem Schaffen Beethovens auseinander, mit einem umfangreichen Programm, das gleich fünf Schwerpunkte im Werk des Komponisten in den Fokus rückt.

So wird Beethoven hier als Weltbürger, Humanist, Tonkünstler, Visionär und Naturfreund betrachtet. Ein besonderes Highlight im ausgiebigen Programm des Beethoven-Hauses: Das Festival „Beethoven Pur“, das seine gesamte Kammermusik aufführt, allerdings mit einem gemischten Programm, das Querverweise und Verknüpfungen aufzeigt, um zu neuen Erkenntnissen über sein Werk zu gelangen. Diverse Locations Bonn 16. 1.–9. 2.

Mitsuko Uchida & Mahler Chamber Orchestra Mozart bildet einen Schwerpunkt in der illustren Karriere einer der wichtigsten Pianistinnen der Gegenwart: Mitsuko Uchida begann ihr Musikstudium im Alter von zwölf Jahren bei Richard Hauser an der Hochschule für Musik in Wien. Seitdem hat Uchida vor allem mit ihren Mozart- und Schubertinterpretationen internationale Maßstäbe gesetzt. Doch Uchida bleibt voller Ehrfurcht vor Mozart: „Er ist jeden Tag anders.“ Konzerthaus Dortmund 23. 1., 20 Uhr

Unsere liebsten Veranstaltungen in NRW: Kunst

Liebes Ding Manche sagen, man solle nicht an Dingen hängen, man könne ja nichts mitnehmen. Dann gibt es die Trend-Minimalisten, die weniger aus tiefster Überzeugung als aus temporären Imagegründen mit Genügsamkeit kokettieren. Dennoch heißt es, dass jeder durchschnittlich 10.000 Dinge besitzt. Wie ist das zu verstehen? Wer bildet diesen Durchschnitt, und was zählt alles zu diesen Dingen – jedes einzelne Wattestäbchen im Bad? Und wieso hat man überhaupt so viel Zeug?

In der Gruppenausstellung „Liebes Ding“ dreht sich alles um unser Verhältnis zu den Objekten, die uns umgeben, die wir besitzen und die wir lieben. Aber was ist das für eine Liebe, was macht den Reiz aus, über Material zu verfügen? Mit Installationen, Fotografien und Videos machen uns die beteiligten Künstler*innen auf diese Fragen aufmerksam. Dabei nehmen sie auch die Entwicklung in den Blick, nach der Menschen durch neue Techniken und ansteigender Konsumgesellschaft immer mehr Dinge besitzen.

Die Konsequenzen sind spürbar: sowohl in der CO2-Bilanz von Konsumgütern als auch im gesellschaftlichen Umgang. Wer Menschen nach Besitz definiert, macht sich nicht nur von Objekten abhängig, sondern droht die Beziehung zu immateriellen Werten zu verlieren. Treten wir also einen Schritt zurück, blicken auf den Wahnsinn und die Faszination der lieben Dinge und lauschen dem, was sie über uns verraten. Museum Morsbroich Leverkusen 26. 1.–26. 4.

„Liebes Ding“ im Museum Morsbroich
Melanie Bonajo Furniture Bondage (Hanna), 2007 C-print, 149 x 120 cm Foto: Courtesy die Künstlerin und Galerie Akinci; © Melanie Bonajo