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Die besten Bücher 2026: Empfehlungen für den April

Die besten Bücher im April 2026: Buchcover von Liz Moore, Ben Shattuck, Richard Prize, Jami Attenberg, Nussaibah Younis und Christian Huber

Mit dieser Liste werden Sie ganz genau wissen, was Sie wollen: Die besten Bücher im April 2026 mit Liz Moore, Richard Prize und Jami Attenberg

Christian Huber erzählt mit „Solange ein Streichholz brennt“ eine Liebesgeschichte zwischen einem Obdachlosen und einer Journalistin – und weil ihm das fast ohne Kitsch gelingt, könnte er es auf unserer Liste der besten Bücher im April 2026 ganz weit nach oben schaffen. Mit Ben Shattuck will auch der Meister der Kurzstrecke auf unserer Liste der besten Bücher im April 2026 hoch hinaus: „Eine Geschichte der Sehnsucht“ heißt der Nachfolger von „Die Geschichte des Klangs“. Oder führt Bestseller-Autorin Liz Moore unsere Liste der besten Bücher im April 2026 an? Mit „Der andere Arthur“ erscheint ihr Roman „Heft“ aus dem Jahr 2012 jetzt endlich in deutscher Übersetzung.

Dank „The Wire“ ist Richard Prize zum Superstar aufgestiegen. Wie schlägt sich sein neuer Roman „Lazarus Man“ auf unserer Liste der besten Bücher im April 2026? Nussaibah Younis hat die irakische Regierung in Fragen zur Deradikalisierung beraten und in Washington die Taskforce zur Zukunft des Irak geleitet. Mit „Findamentalös“ veröffentlicht sie nun ihren Debütroman, der gleich mal auf unserer Liste der besten Bücher im April 2026 steht. Und mit Jami Attenberg steht ein weiterer großer Name auf unserer Liste der besten Bücher im April 2026: „Wir könnten alles sein“ heißt ihr neuer Roman.

Die besten Bücher im April 2026

6. Christian Huber: Solange ein Streichholz brennt

Die besten Bücher im April 2026: Buchcover „Solange ein Streichholz brennt“ von Christian HuberBeim Titel denkt man an Hans Christian Andersen, doch Bohm ist kein kleines Mädchen mit Schwefelhölzern, sondern ein 36 Jahre alter Mann. Allerdings lebt er auf der Straße und muss wie das Kind aus dem Märchen hungern und frieren. Als die junge Fernsehjournalistin Alina den Auftrag bekommt, eine Doku über Obdachlosigkeit zu drehen, kommt Bohm gerade recht. Sie begleitet ihn auf seinen Streifzügen durch die Stadt, und wider Erwarten kommen sich die beiden näher. Aber Bohms komplizierte Vergangenheit und Alinas zynischer Chef stehen dem Happy End im Weg …

Niemand weiß genau, wie viele wohnungslose Menschen in Deutschland leben, doch eins ist klar: Die Zahl steigt. Trotzdem gibt es erstaunlich wenige fiktionale Beschäftigungen mit diesem Thema. Allein, dass Christian Huber in seinem neuen Roman gegen den Strom schwimmt, ist ihm hoch anzurechnen. Sein detailgetreues Nachzeichnen von Bohms Alltag, den Problemen und Herausforderungen, denen er sich stellen muss, weckt Sympathie nicht nur für seine Hauptfigur, sondern in den besten Momenten auch für eine ganze Bevölkerungsgruppe. Zugleich kennt Huber, der etwa fürs „Neo Magazin Royale“ geschrieben hat, die Medienbranche von innen, sodass auch Alinas von Karrieredruck und Vorurteilen gekennzeichnete Welt von Anfang an plausibel erscheint. Das alles ist wichtig, denn nur so schafft es Huber, dass die dann doch ziemlich unwahrscheinliche Liebesgeschichte uns glaubwürdig vorkommt. Zugleich ist „Solange ein Streichholz brennt“ dezidiert ein Roman, der mitreißen und bewegen will, was auf Kosten von Komplexität und Überraschung geht: Alinas böse Vorgesetzte sind primär Karikaturen, Bohms dunkle Vergangenheit kommt genau im richtigen Moment zum Tragen, und jede Wendung bleibt letztlich ziemlich vorhersehbar. Auch wenn Huber sich zumeist gegen Sentimentalität sträubt, ist „Solange ein Streichholz brennt“ am Ende auch ein bisschen ein Märchen. Hans Christian Andersen hätte den Roman wohl gemocht.

dtv, 2026, 352 S., 23 Euro

5. Nussaibah Younis: Fundamentalös

Buchcover „Fundamentalös“ von Nussaibah Younis„Ein Deradikalisierungsprogramm für IS-Frauen leiten“, entgegnet Nadia ihrem Fahrer, als der fragt, was sie denn im Irak wolle. Eben noch Dozentin am University College London, ist Nadia plötzlich Teil der UN in Bagdad. Und die schweigend hochgezogenen Augenbrauen ihres Fahrers lassen erahnen, dass ihr Vorhaben mindestens ambitioniert, wenn nicht gar völlig illusorisch ist. Nussaibah Younis weiß, wovon sie in ihrem Blockbuster-Debütroman „Fundamentalös“ erzählt, hat die in Manchester geborene Friedensforscherin doch die irakische Regierung in Fragen zur Deradikalisierung beraten und in Washington, D.C. die Taskforce zur Zukunft des Irak geleitet. Und so sind ihr aberwitziger Ritt durch den bürokratischen Irrsinn, ihr Blick auf Korruption und Doppelmoral des akademischen Elite-Aktivismus’ und ihr zuweilen frotzelnder Umgang mit postkolonialem Idealismus weniger boshafter Zynismus denn von der Realität inspiriert. Auch Ich-Erzählerin Nadia meint zumindest, eine Ahnung von ihrer kommenden Arbeit zu haben. Wurde sie doch ihr Leben lang von ihrer streng muslimischen Mutter gegeißelt. Weshalb sie schnell beschließt, der verwitweten Sara, die sich bereits mit 15 der Liebe wegen dem IS anschloss, bei ihrer Resozialisierung zu helfen – komme, was wolle. Und so viel sei verraten: Es kommt, was wolle.

Unionsverlag, 2026, 384 S., 24 Euro

Aus d. Engl. v. Jasmin Humburg

4. Jami Attenberg: Wir könnten alles sein

Buchcover „Wir könnten alles sein“ von Jami AttenbergChicago, 1971. Wie jeden Samstag versammelt sich die Familie Cohen zum gemeinsamen Spielen um einen Acrylglas-Tisch. Eine Partie Scrabble genügt Jami Attenberg („Die Middlesteins“), um die Figuren ihres achten Romans „Wir könnten alles sein“ einzuführen und gleich vorwegzunehmen: Der insgeheim bisexuelle Vater, Rudy, ein Holocaust-Überlebender, wird sterben. Eine der vielen Vorahnungen. Gilt für diesen raffinierten Familienroman doch die Plattitüde: Der Weg ist das Ziel. Und Plot ist für Attenberg nicht mehr als Beiwerk, um von den Neurosen, der Selbstsabotage und den komplizierten Familienbeziehungen zu erzählen. In rasanten Sprüngen eilt sie durch die Jahrzehnte und wechselt von Miami nach Seattle, von der Wüste Arizonas nach New York, wohin es die Wodka-liebende Mutter Frieda und ihre Töchter Nancy und Shelly nach dem Tod des Patriarchen verstreut hat. Einzig Beerdigungen, Weihnachten und Nancys Tochter Jess strukturieren noch die sporadischen Zusammenkünfte. Während sich Frieda in den nächsten im Sterben liegenden Mann verliebt hat, Nancy in einer Ehe festhängt, die sie sich selbst zu erklären versucht, und Shelly Karriere in der frühen Handy-Industrie macht, beginnt Jess, Fragen über die Vergangenheit zu stellen. Was genau zwischen den Zeitsprüngen passiert, bleibt ungeklärt. Umso beeindruckender, wie Attenberg selbst Nebenfiguren trotz fehlender narrativer Rampen neupositioniert, die Beziehungen zueinander nachjustiert und wir als Leser:innen nie das Gefühl haben, den Faden zu verlieren. Kulturelle Marker hegen die vier Frauen geschickt in eine Welt ein, die von den 70er-Jahren bis ins frühe 21. Jahrhundert gleitet und gleichermaßen von der Goldgräberstimmung der frühen Tech-Branche und von #MeToo wie von den Abgründen der amerikanischen Familie erzählt.

Schöffling, 2026, 288 S., 25 Euro

Aus d. Engl. v. Barbara Christ

TOP 3

3. Richard Prize: Lazarus Man

Die besten Bücher im April 2026: Buchcover „Lazarus Man“ von Richard PrizeAuch 2008 sitzt ganz New York 9/11 noch in den Knochen, und als eine Staubwolke über Manhattan aufsteigt, denken alle das gleiche. Tatsächlich ist jedoch über Nacht ein Wohnhaus in East Harlem eingestürzt. Manche Bewohner:innen hatten Glück, andere sind gestorben, wieder andere bleiben verschwunden. Doch dann wird Anthony Carter fast unversehrt aus dem Trümmern gezogen. Mit neuem Gottvertrauen avanciert er zu einer lokalen Berühmtheit und einem Propheten der Hoffnung. Aber ist alles so passiert, wie er behauptet? Trotz des Titels und des verdammt guten Konflikts im Zentrum gibt sich Richard Price in „Lazarus Man“ weit weniger mit Anthony ab, als man erwarten könnte. Ebenso stark interessieren ihn die anderen New Yorker:innen, die von dem Einsturz betroffen sind: der junge Felix, der Filme drehen will und die Kamera nie aus der Hand legt, die Polizistin Mary, die nach einem in der Nacht der Katastrophe Verschwundenen sucht, der Bestatter Royal, der das große Geschäft wittert, aber eigentlich seinen Job hasst, und noch einige andere. Sie alle macht Price zu komplexen, fehlerhaften, aber immer auch liebenswerten Figuren, und nach einer kurzen Eingewöhnungsphase verwirren auch die häufigen Sprünge zwischen den Charakteren nicht mehr. Price, der unter anderem für „The Wire“ geschrieben hat, findet das vielfältige Panorama der Stadt New York spannender als einen rasanten Plot, und stellenweise scheint er fast den Faden seiner Geschichte zu verlieren. Wenn wir allerdings am Ende zurückblicken, stellen wir fest, dass alle Figuren eine zufriedenstellenden Abschluss gefunden haben – auch wenn es nicht der dramatische Höhepunkt sein mag, den wir uns gewünscht hätten. Obwohl im Zentrum ein zumindest scheinbares Wunder stehen mag, ist „Lazarus Man“ insofern ein überraschend realistischer Roman.

S. Fischer, 2026, 400 S., 26 Euro

Aus d. Engl. v. Henning Ahrens

2. Ben Shattuck: Eine Geschichte der Sehnsucht

Buchcover „Eine Geschichte der Sehnsucht“ von Ben ShattuckDie Verfilmung von „Die Geschichte des Klangs“ mit Paul Mescal und Josh O’Connor läuft gerade im Kino, schon legt Ben Shattuck mit „Eine Geschichte der Sehnsucht“ nach: Wieder geht es um zwei korrespondierende Erzählungen, und wieder sind es nur ganz wenige Buchseiten, die lange nachhallen. Beide Texte spielen auf der 125 Quadratkilometer großen Atlantikinsel Nantucket des Bundesstaates Massachusetts, zunächst im Jahr 1796, dann 2008, und mit ihnen verbindet der 42-jährige US-Amerikaner zwei Frauenleben. Wie Shattuck verpasste Lebenschancen, Sehnsucht und Reue fühlbar macht? Mit einer einsamen, unwirtlichen Landschaft, mit einem Dildo aus alten Walfangzeiten und mit der Zeichnung eines Rotkehlchens, an dessen Bein ein blaues Band gebunden ist.

Ben Shattuck wurde mit dem PEN America Short Story Prize und dem Pushcart Prize 2019 ausgezeichnet. Shattucks erstes Buch, „Six Walks: In the Footsteps of Henry David Thoreau“ (2022) war ein Best Book of 2022 des New Yorker. Er lebt mit seiner Frau und seiner Tochter an der Küste von Massachusetts, wo er den ältesten Gemischtwarenladen Amerikas aus dem Jahr 1793 betreibt. Außerdem ist er der Gründer und Leiter der Cuttyhunk Island Writers‘ Residency.

Hanser, 2026, 80 S., 18 Euro

Aus d. Engl. v. Dirk van Gunsteren

1. Liz Moore: Der andere Arthur

Buchcover „Der andere Arthur“ von Liz MooreDas ist ein Roman, den liebt auch, wer eigentlich keine Krimis mag: Drölfmal habe ich diesen Satz an mir abprallen lassen, dann habe ich „Der Gott des Waldes“ gelesen – und jetzt bin ich Fan von Liz Moore. Auch, weil mich der mit Amanda Seyfried als Serie adaptierte Vorgänger „Long bright River“ nicht weniger überzeugt hat. Da das offenkundig nicht nur mir so geht, plündert der Verlag nun die Backlist der in Philadelphia lebenden Autorin und veröffentlicht einen Roman, der in den USA bereits 2012 erschienen ist. Eigentlich easy, denn „Der andere Arthur“ ist nicht mal ein Krimi – doch dann hat mich die Inhaltsangabe stutzig gemacht: ein ehemaliger Literaturprof, der 250 kg wiegt und sein Haus seit mehr als zehn Jahren nicht mehr verlassen hat. Und eine ehemalige Studentin, die den Eremiten nach vielen Jahren wegen ihres 17-jährigen Sohnes um Hilfe bittet. Bitte, bitte auf keinen Fall abschrecken lassen: Was kitschig oder eine Freakshow hätte werden können, ist eine so sensible und ergreifende Studie über Einsamkeit, Scham und Selbstverleugnung. Dieser Roman wird Sie zu Tränen rühren – selbst, wenn Sie sonst nur Krimis lesen.

C.H. Beck, 2026, 384 S., 26 Euro

Aus d. Engl. v. Cornelius Hartz

Riskieren Sie auch einen Blick auf unsere Liste der besten Bücher im März 2026!

 

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