Die besten Krimis im Mai 2020: Fünf Empfehlungen für den April mit Don Winslow, Arne Dahl, Ron Corbett u.a.
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LITERATUR | Bestenliste Krimi

Die besten Krimis 2020: Fünf Empfehlungen für den Mai

Gerhard Henschel: SoKo Heidefieber

Ein Serienmörder bringt Lokalkrimiautoren nach deren Mordmethoden um: Schriftsteller werden auf der Hallig Norderoog von Wölfen gerissen, in Münster gefoltert, ermordet und in einem Eisenkäfig an den Turm der Lambertikirche gehängt oder in St. Moritz in der Badewanne mit der Mikrowelle gegrillt. Kurz, Gerhard Henschel hat was gegen das Genre Lokalkrimi. Ein Krimi mit verdammt hohem Body Count und noch mehr Spaß! Mit seinem ersten Ausflug ins Krimigenre schafft es Gerhard Henschel auf Platz fünf unserer Liste mit den besten Krimis 2020 im Mai. (Hoffmann & Campe, 2020, 288 S., 18 Euro)

Andrew Carmel: Killer Rock

Der namenlose Vinyl-Detektiv und sein Freund Tinkler erkennen Raritäten schon am Geruch der staubigen Hüllen und fachsimpeln mit Leidenschaft über die besten Tonabnehmer. Darauf spezialisiert, für Kunden seltene Alben oder vergriffene Singles in London aufzutreiben, sind sie ein eingespieltes Team und setzen sich als leidenschaftliche Musiknerds bereitwillig den gesundheitlichen Gefahren der Plattensuche aus. Mit Verbrechen und richtiger Detektivarbeit wollen sie eigentlich nichts zu tun haben, doch als ein obskurer Colonel sie beauftragt, den verschwundenen Sohn der bekannten britischen Sängerin Valerian zu finden, lockt die Aussicht auf eine stattliche Belohnung. (Suhrkamp, 2020, 439 S., 10,95 Euro. Aus d. Engl. v. Susanna Mende)

Katja Bohnet: Fallen und Sterben

Auf Platz drei unserer Liste mit den besten Krimis 2020: „Fallen und Sterben“ von Katja Bohnet. Zerfetzte Körper und abgetrennte Arme liegen auf dem Alexanderplatz. Ein Attentäter hat scheinbar wahllos sechs Passanten mit seiner Machete niedergemetzelt und ist anschließend mit dem Motorrad entkommen. Zur gleichen Zeit werden drei Kinder in einem alten Schacht gefangen gehalten: Jemand hat eine Platte über die Öffnung geschoben. Verzweifelt kämpfen sie ums Überleben, doch die Zeit wird knapp. Einmal angefixt, entwickelt sich Bohnets sperrige, aber raffiniert gebaute Lopez-Saizew-Reihe immer mehr zu einem süchtig machenden Thriller-Trip, von dem man lange noch nicht genug hat. (Knaur, 2020, 368 S., 14,99 Euro)

Wolfgang Schorlau / Claudio Caiolo: Der freie Hund

Ein sizilianischer Commissario, der ins verhasste Venedig umziehen musste, weil er in der Heimat auf der Todesliste der Mafia steht: Schorlau liefert uns gemeinsam mit Co-Autor Claudio Caiolo einen neuen Helden – Antonio Morello. Schon der erste Fall ist natürlich wieder ein Politthriller. Darin verwickelt: die Kreuzfahrtindustrie und irgendein illegaler Handel, der über diese abgewickelt wird. Schnell hat sich Commissario Morello eingearbeitet und macht – sehr zum Missfallen des Chefs – in der Mordkommission sein ganz eigenes Ding; die Mafia nennt ihn nicht von ungefähr den freien Hund. Nur ganz knapp muss sich „Der freie Hund“ geschlagen geben und belegt Platz unserer Krimibestenliste im Mai. (KiWi, 2020, 336 S., 16 Euro)

Krimi des Monats Mai

Benjamin Whitmer: Flucht

Ausbrechen ist das eine, Entkommen das andere: Zwölf Häftlinge fliehen am Silvesterabend 1968 aus dem Old Lonesome Prison in Colorado. Sie geraten in einen heftigen Schneesturm, und getrennt voneinander versuchen sie sich durch die eisige Wildnis der Rocky Mountains zu schlagen. Ein Suchtrupp und ein Fährtenleser sind ihnen auf den Fersen: Mit Spürhunden und Schrotflinten machen die Schergen des herrschsüchtigen Gefängniswärters gnadenlos Jagd auf die Ausbrecher. Natürlich gibt es am Ende der kaltherzigen Menschenjagd keinen Lichtblick. Aber Benjamin Whitmer lässt uns mit seinem eindrücklichen Country Noir darüber nachdenken, wie uns autoritäre Gemeinschaften zu Gefangenen werden lassen. (Polar Verlag, 2020, 407 S., 22 Euro. Aus d. Engl. v. Alf Mayer)