„Die Camino-Therapie – Finde deinen Weg“: Pilgern gegen die Wut
Der vorbestrafte Teenager Adam und die unerfahrene Sozialarbeiterin Fred müssen zusammen auf den Jakobsweg. Kann sich das ungleiche Paar zusammenraufen?
Der Weg ist das Ziel. Für den zu Wutausbrüchen neigenden Teenager Adam (Julien Le Berre) bedeutet es, während der vielen Wochen, die es braucht, um den Pilgerweg von Südfrankreich nach Santiago de Compostela in Spanien zu bewältigen, zu einem besseren Menschen zu werden. Die Wanderung ist seine letzte Chance, einer Haftstrafe wegen seiner vielen Diebstähle und Gewalttaten zu entgehen. Begleitet wird er von Fred (Alexandra Lamy). Für sie ist es der erste Einsatz in dieser sehr besonderen Jugend- und Sozialhilfe, und sie hat selbst auch einige Fehler aufzuarbeiten, als Mutter, Ehefrau und als suspendierte Lehrerin.
Yann Samuells „Die Camino-Therapie“ basiert auf den Erfahrungen eines tatsächlich bestehenden Resozialisierungsprojekts. Auf den ersten Kilometern der beschwerlichen Wanderung arbeitet sich Adam mit viel Energie an seiner verständnisvollen Betreuerin ab, doch mit den zunehmenden körperlichen Strapazen, der Erschöpfung und einigen bereichernden Begegnungen wagen die beiden, einander ihre Verletzlichkeiten zu offenbaren, und finden einen neuen Kompass für ihre Leben. „Die Camino-Therapie“ hat viele filmische Wohlfühlmomente, etwa eine spontane Rap-Einlage in einem Kloster samt äußerst verständnisvollen Benediktinermönchen als Background-Chor. Sicher ist: Dem Jakobsweg wird es sicher auch künftig nicht an Wander:innen mangeln.