„Die weiße Nacht“ von Anne Stern
„Die weiße Nacht“ ist der Start einer neuen Serie, mit der Anne Stern manch Grauen der 1930er nachwirken lässt.
„Die weiße Nacht“ von Anne Stern ist unser Krimitipp der Woche
Mit dem Zweiten sieht man besser – wenn man denn eins hat. Kriminalkommissar Alfred König kommt nach dem Krieg mit einer Augenklappe aus dem NS-Zuchthaus zurück und muss im strengen Winter 1946 einen Mordfall in den verschneiten Berliner Ruinen durchschauen. Eine Frauenleiche mit gefalteten Hände wird gefunden. Welche Bedeutung sich hinter dieser Inszenierung verbirgt, darüber kann sich König zunächst kein rechtes Bild machen.
Unterstützung bekommt er jedoch von der jungen Fotografin Lou Faber, die mit ihrem scharfen Blick für Details bei den Ermittlungen hilft, den richtigen Fokus zu finden. Zunächst aber beäugt König sie misstrauisch, da er Lou als sensationsheischende Pressetussi sieht. Als ähnlich drapierte Leichen gefunden werden, gerät eine ehemalige Klinik in den gemeinsamen Sucher. Lous Intuition und Königs stures Nachhaken ergänzen sich, auch wenn nicht jede Schuld gesühnt werden kann. Mit ihrer neuen Serie lässt Anne Stern manch Grauen der 1930er nachwirken und fängt die alltägliche Not in der Nachkriegszeit bewegend ein. Da es Lou bei karger Kost und Ersatzkaffee-Plörre fröstelt, muss sie dringend Brennholz finden – sonst landen wohlmöglich noch ihre Thomas-Mann-Romane im Kanonenofen …
Mit „Die weiße Nacht“ hat es Anne Stern auf unsere Liste der besten Krimis im Februar 2026 geschafft.