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Dieter-Wellershoff-Stipendium 2026 für Son Lewandowski

Portraitfoto Son Lewandowski, die das Dieter-Wellershoff-Stipendium 2026 erhält
(Foto: Kevin Wolf)

Son Lewandowski und auch Selim Özdogan erhalten das mit jeweils 12 000 Euro dotierte Stipendium der Stadt Köln.

Son Lewandowski und Selim Özdogan erhalten die Dieter-Wellershoff-Stipendien des Jahres 2026. Die mit jeweils 12 000 Euro dotierten Stipendien wurden vom Literaturhaus Köln als Arbeitsstipendien ausgeschrieben und im Zuge der Autorenförderung mit Mitteln der Stadt Köln ausgestattet.

Die Jury für die Vergabe der Dieter-Wellershoff-Stipendien 2026

Die dreiköpfige Jury, bestehend aus Nada Assaad (freie Journalistin, Moderatorin, Autorin), Uwe Kalkowski (Produktmanager Eichborn Verlag und Literaturblogger: kaffeehaussitzer.de) und Christa Morgenrath (Literaturvermittlerin, Lektorin, Kuratorin) sichtete 28 Einsendungen. Ausschlaggebend für die Entscheidung der Jury waren die eingereichten Exposés und Textproben. Wie schon in den letzten beiden Jahren wurde ein anonymisiertes Auswahlverfahren angewendet.

Die Dieter-Wellershoff-Stipendiat:innen 2026

Son Lewandowski (Jg. 1988) ist Autorin und Kuratorin. Sie ist Mitbegründerin der Kölner unruly readings und der Initiative Insert Female Artist. Literarische Texte schrieb sie u. a. für Edit, Lampe Verlag, BELLA triste und 54books. 2023 wurde sie zum Klagenfurter Literaturkurs und der Autor:innenwerkstatt des LCB eingeladen. Im Januar 2026 erschien ihr Debütroman „Die Routinen“.

Son Lewandowskis im Entstehen begriffener Roman „Die Fische wässern“ überzeugte die Jury, die ihre Wahl so begründet:

„,Die Fische wässern’ schickt uns mitten hinein in die Welt der Geheimdienste, hinein in die drei Jahrzehnte der 1990er, 2000er und 2010er-Jahre. Doch es ist kein klassischer Spionage-Roman; vielmehr nähert er sich dem Thema auf eine ungewöhnliche Art an. Im Mittelpunkt steht die Perspektive der Frauen, die in dieser maskulin geprägten Welt als Sekretärinnen arbeiteten und deren Leben von einem ungebremsten Autoritarismus, Machismus und Sexismus geprägt wurde. Der Text erzählt von einem Arbeitsumfeld, in dem Übergriffigkeit, subtile strukturelle Gewalt und Alkoholmissbrauch an der Tagesordnung waren. Die Ich-Erzählerin Jasna ist die Enkelin einer der Sekretärinnen. Aus ihrer kindlichen Perspektive werden das gesellschaftliche Klima der Zeit ebenso wie die erschreckende Geheimniskrämerei der Erwachsenen – im beruflichen wie im privaten Umfeld – tabubrechend, präzise und entwaffnend eingefangen. Diese Erzählperspektive macht die Raffinesse des Textes aus, der auf einer weiteren Ebene von vergessenen widerständigen Frauen berichtet. Und angesichts der neueren politischen Entwicklungen ist der Roman von einer ebenso drängenden wie mahnenden Aktualität.“

Selim Özdogan (Jg. 1971) lebt als Autor in Köln. Zuletzt erschienen u. a. der Roman „Wo noch Licht brennt“ (2017), der Kriminalroman „Der die Träume hört“ (2019) sowie der Erzählungsband „Die Musik auf den Dächern“ (2021). Sein Werk wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis (1999) und dem Hohenemser Literaturpreis (2017).

Die Entscheidung für Selim Özdogans Romanprojekt „Trainingstag – Nie mein echtes Leben“ begründet die Jury folgendermaßen:

„,Trainingstag – Nie mein echtes Leben’ nutzt die Mittel eines Kriminalromans, um tief in unsere Gesellschaft einzutauchen: Klassismus, migrantisch geprägte Schicksale, Ausgrenzungserfahrungen, Selbstinszenierung und die Scheinwelt des Influencerdaseins, die trügerische Verheißung eines sozialen Aufstiegs und das Thema organisierte Kriminalität verbinden sich zu einer spannenden Mischung. Die sozialen Dynamiken werden so präzise wie sensibel erfasst und treiben mit pointierten Dialogen die Handlung schnell und gekonnt voran. Entgegen der postulierten Freiheit, das Leben nach individuellen Vorstellungen gestalten zu können, bleibt der Protagonist der Geschichte ,… immer bereit, die Welt als feindselig zu erleben.’ Ein Pageturner mit Tiefgang, in dem es nicht nur um die Aufklärung eines Falles geht, sondern der wie nebenbei die Missstände unserer Gesellschaft aufdeckt.“

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Portraitfoto Selim Özdogan, der das Dieter-Wellershoff-Stipendium 2026 erhält
Erhält das Dieter-Wellershoff-Stipendium 2026: Selim Özdogan Foto: Ludolf Dahmen
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