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Hochkarätiges Line-up beim Harbour Front Literaturfestival 2026

Foto von Han Kang, die beim Harbour Front Literaturfestival ihr neues Buch vorstellt.
Prominente Gäste: Literaturnobelpreisträgerin Han Kang wird beim Harbour Front Literaturfestival ihr neues Buch vorstellen. (Credit: John Sears, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons)

An preisgekrönten Schriftsteller:innen mangelt es nicht: Sogar eine Literaturnobelpreisträgerin reist für das Harbour Front Literaurfestival nach Hamburg.

Auch dieses Jahr präsentiert das Harbour Front Literaturfestival ein starkes Line-up internationaler Schriftsteller:innen. Inzwischen ist auch die Fülle kreativer und inspirierender Programmpunkte bekannt. Die Hansestadt Hamburg lockt nicht nur mit Literaturnobelpreisträgerin Han Kang („Unmöglicher Abschied“), auch die Gewinnerinnen des International Booker Preises der letzten drei Jahre reisen an: Yáng Shuāng-zǐ (2026), Banu Mushtaq (2025) und Jenny Erpenbeck (2024). Das Literaturfestival findet vom 19. 9. bis 11. 10. statt, plus Pre-Opening am 6. 9. mit Han Kang, gefolgt von drei weiteren Vorab-Events.

Bei den zwei Eröffnungsveranstaltungen am 19. 9. stehen die USA und die Zukunft im Vordergrund: „Hamburg Liest Amerika“ richtet den Blick auf 250 Jahre Unabhängigkeit in den USA. Zudem schaut Olaf Scholz in die Vergangenheit und gedenkt den Terroranschlägen von 2001, die sich im September zum 25. Mal jähren. Anschließend wagt „Szenario“ unter aktiver Beteiligung des Publikums Experimente mit der Zukunft. Das Hauptprogramm unterteilt Harbour Front in sechs Kategorien:

NOW

Im Hier und Jetzt erleben wir spannende Gegenwartsliteratur wie die Präsentation von Han Kangs neuem Buch „Der goldene Faden“, das im August in Deutschland erscheint. Die Schriftstellerin Ildiko von Kürthy („Mondscheintarif“) hat ein buntes Programm mit Daniel Schreiber angekündigt -– und verschmitzt angedeutet, die Veranstaltung mit dem geheimnisvollen Titel „Carte Blanche“ werde Schreiber etwas aus seiner Komfortzone schubsen.

Außerdem bespricht Charlotte Link mit dem ehemaligen Kripo-Chef Jürgen Schmidt wie nah an der Realität ein Thriller bleiben muss, und Dörte Hansen und Jan Weiler stellen je einen neuen Roman vor. Hinzu kommen Lesungen, Live-Podcasts, Gespräche und vieles mehr, unter anderem mit Caroline Wahl, Elias Hirschl, Elena Fischer, Şeyda Kurt und Juli Zeh.

FUTURE

Wie stellen wir uns die Zukunft vor, politisch und gesellschaftlich? Zukunftsforscherin Florence Gaub und Außenminister Johann Wadephul wagen ein interaktives Experiment: Unter dem Programmpunkt „Szenario“ entwickeln sie einen politischen Thriller und fragen „Was wäre wenn  …?“ Welche Folgen können sich aus einer Havarie in der Arktis im Jahr 2030 entwickeln und welche Rolle spielen die USA dabei? War es ein Unfall oder gezielte Sabotage? Das Publikum wird dabei aktiv, entscheidet und gestaltet so die Zukunft mit allen Konsequenzen. Ziel ist es, der Zukunftsangst durch bewusste Auseinandersetzung entgegenzuwirken.

Unterdessen befassen sich Kristina Lunz und Düzen Tekkal mit Fragen des gesellschaftlichen Wandels und stellen klar, das Gleichberechtigung nur erreicht werden kann, wenn Frauen in Sicherheit leben können. In ihrem Manifest „Wer hat euch erlaubt, Frauen so zu hassen?“ widmen sie sich dem Thema der (digitalen) Gewalt gegen Frauen. Auch die französische Philosophin Manon Garcia widmet sich in ihrem Buch „Mit Männern leben“ der Frage nach Gleichberechtigung und richtet den Blick gezielt auf den Pelicot-Prozess.

SOUNDS

Sie verbinden Literatur und Musik und zeigen, wie eng die Klänge von Noten und Worten verwoben sind. Schauspielerin Corinna Harfouch setzt sich mit Bertolt Brechts Leben im Exil und seiner von Flucht und Verfolgung geprägten Exillyrik auseinander, wobei sie durch Die Tentakel von Delphi unterstützt wird. Die Band verbindet Jazz, Rock und Literatur und wurde von Harfouchs Söhnen Johannes und Robert Gwisdek, beide Schauspieler und Künstler, gegründet. Betterov (Manuel Bittorf), der als deutscher Indiemusiker poetisch das Lebensgefühl seiner Generation einfängt, verbindet auf vielfältige Weise Literatur und Musik in seinem künstlerischen Schaffen: Der aufsteigende Stern der Popszene stellt auf dem Festival seinen Debütroman „Goldener Retriever“ vor, der im Oktober bei Gutkind erscheint.

NEXT.GEN

Hier dreht sich bei Gesprächen und Lesungen alles um die großen Schriftsteller:innen von morgen. Das Highlight: Ein besonders vielversprechendes Talent wird den Harbour Front Debütpreis für das beste Romandebüt des Jahres erhalten. In vergangenen Jahren ging er an namhafte Autor:innen wie Behzad Karim Khani und Johanna Sebauer. Erst kürzlich wurde die Shortlist nominierter Nachwuchstalente bekanntgegeben: Martin Piekar („Vom Fällen eines Stammbaums“), Oliwia Hälterlein („Wir Töchter“), David Vajda („Diamanten“), Katrin Zipse („Moosland“), Son Lewandowski („Die Routinen“) oder Maja Zade („Wand an Wand“) wird schon am Eröffnungswochenende den mit 10 000 Euro dotierten Preis entgegennehmen.

FOREVER

Manche literarischen Werke büßen über die Jahre nichts von ihrer Aktualität ein, vielmehr scheinen sie über die Zeit an Bedeutung zu gewinnen. So betrachtet Ulrich Tukur die Werke Mark Twains im Kontext der Gegenwart, Katharina Thalbach rückt Elisabeth Hauptmann aus dem „Schatten Brechts“ und Bela B Felsenheimer erweckt „zum 550. Todestag eines Untoten“ die Geschichte um Graf Dracula zu neuem Leben. Von Roger Willemsen bis William Shakespeare werden Klassiker gewürdigt, die ewig nachhallen.

FAMILY & KIDS

Last but not least: Auch an die jüngsten Literaturbegeisterten hat das Harbour Front Literaturfestival gedacht und widmet ihnen eine eigene Programmlinie. Cornelia Funke liest aus „Emma glaubt nicht an Feen“ und regt so die Vorstellungskraft der Kleinsten an. Margit Auer stellt den bereits 17. Band der verfilmten Reihe „Die Schule der magischen Tiere“, vor und Bodo Wartke weckt mit seinen Zungenbrechern Begeisterung für Sprache, denn „In Barbaras Rhabarberbar wird niemals der Rhabarber rar“!

Alle Infos und Details zu den über 70 Programmpunkten des Harbour Front Literaturfestival 2026 an 20 Veranstaltungsorten in Hamburg gibt es auf der Homepage des Festivals.

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