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Doku-Dreiteiler: „Der Aufstieg der Murdoch-Dynastie“

Der Aufstieg der Murdoch-Dynastie
Foto: Indigo/Getty Images

Vor Jahrzehnten gab es William Randolph Hearst: einen Medienmogul, so mächtig, dass ihn Orson Welles mit „Citizen Kane“ auf die Schippe nahm. Hearst hat seine Macht im Gegenzug benutzt, um den Erfolg des Films zu sabotieren. Was damals Hearst war, ist heute Rupert Murdoch. Dem Unternehmer gehören buchstäblich Hunderte Medienfirmen, darunter der US-Sender Fox News. Sein Einfluss ist immens, ohne ihn hätte es möglicherweise nie einen Präsidenten Trump oder den Brexit gegeben. Der Dreiteiler „Der Aufstieg der Murdoch-Dynastie“ ist nun ein wenig wie Murdochs „Citizen Kane“ – nur mit dem Unterschied, dass alles, was die Filme zeigen, wahr ist.

Der erste Teil mit dem Titel „Der Königsmacher“ beginnt im Jahr 1995. Rupert Murdochs persönliche Beziehung mit Premierminister Tony Blair sorgt im Vereinigten Königreich für Kontroversen. Unter seinem Einfluss lässt sich Blair hinreißen, ein Referendum über den Beitritt zur europäischen Währungsunion abzuhalten. Der Grundstein für den späteren Brexit wird gelegt. Privat muss sich Murdoch entscheiden, welchem seiner Kinder er sein Imperium einst hinterlassen will – Tochter Elisabeth oder doch einem seiner Söhne Lachlan und James? In Rückblenden wird außerdem von seinen verhältnismäßig bescheidenen Anfängen als Zeitungserbe in Melbourne erzählt.

Murdoch: Fall und Wiederaufstieg

Im zweiten Teil „Die Allianz der Rebellen“ baut Murdoch seinen politischen Einfluss auch in den USA aus. Dort verteidigt er den sogenannten Krieg gegen den Terror, die Einsätze in Irak und Afghanistan. Im UK arbeitet er weiterhin auf einen Brexit zu, unterstützt dafür den konservativen Kandidaten David Cameron, den er für leicht manipulierbar hält. Da trifft sein Imperium ein Skandal: Bei der „News of the World“-Affäre kommt heraus, dass seine Zeitungen prominente Mobiltelefone abgehört haben. Sohn James, der diesseits des Atlantiks die Geschäfte leitet, kann nichts dagegen tun, sein Vater verliert Vertrauen zu ihm.

Im dritten Teil „Das Comeback“ kommt unter anderem der populistische Brexit-Befeuerer Nigel Farage zu Wort, der sich einst die Unterstützung von Murdoch sichern konnte. Auf beiden Seiten des Atlantiks sind Murdoch-Medien mitverantwortlich, dass reaktionäre Kräfte an Macht gewinnen: die Europagegner im UK, Donald Trump und seine Präsidentschaft in den USA. Derweilen zerbricht eine Ehe, Murdoch heiratet erneut, seine Kinder sind anwesend, das Imperium heil. Am Schluss der Dokumentation stehen die gigantischen Feuer in Australien – Murdoch und Co. fahren trotzdem fort, den Klimawandel zu leugnen.

„Der Aufstieg der Murdoch-Dynastie“ läuft am 16. Februar in drei Teilen ab 20.15 auf arte. Danach sind die Filme noch bis zum 17. März in der Mediathek verfügbar.

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