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Doku-Tipp: „Die Kaviar-Connection“

Die Kaviar Connection
Der rumänische Journalist Paul Radu baut ein Netzwerk von Investigativjournalisten auf der ganzen Welt auf, um gegen die Korruption anzukämpfen.© Forbidden Films

Es ist ein Problem, das international überraschend wenig behandelt wird: der demokratische Status von Aserbaidschan. Dabei liegt der Fall ziemlich klar. Präsident İlham Əliyev pflegt einen autokratischen Führungsstil, der von Nepotismus gekennzeichnet ist. Pressefreiheit und Menschenrechte sind stark eingeschränkt. Im erst 2020 erneut aufgeflammten Bergkarabach-Krieg mit Armenien hat Aserbaidschan viele Kriegsverbrechen begangen.

Warum wird das Regime von vielen europäischen Eliten nach wie vor mit Samthandschuhen angefasst? Diese Frage will die zweiteilige Dokumentation „Die Kaviar-Connection“ beantworten.

Als „Kaviar-Diplomatie“ wird eine Strategie des aserbaidschanischen Regimes bezeichnet. Mit Luxusgütern, Massenveranstaltungen und Starpower betreibt es einen intensiven Lobbyismus, der ausländische Politiker:innen beeindrucken soll. Und diese Strategie funktioniert überraschend gut. Selbst der Europarat ist nicht immun: Er hat nach einer Abstimmung einen kritischen Bericht über politische Gefangene abgelehnt.

Dass wir zunehmend mehr über die Korruption in Aserbaidschan wissen, geht auf Enthüllungsjournalist:innen und Whistleblowers zurück. Zu Wort kommt in der Dokumentation etwa der Rumäne Paul Radu (Foto), der auf organisiertes Verbrechen spezialisiert ist und ein internationales Netzwerk aus investigativen Journalist:innen aufgebaut hat.

Arif Mammadov wiederum war selbst einst als EU-Botschafter für Aserbaidschan tätig. Als Whistleblower hat er Korruption und Bestechungen enthüllt, die etwa den Europarat motiviert haben, den Bericht abzulehnen – und durchgesetzt, dass er ihn doch veröffentlicht. Doch die Arbeit ist noch lange nicht getan …

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