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Doku-Tipp: Korruption und Lobbyismus in „Geld. Macht. Politik.“

Geld Macht Politik
Foto: ZDF/SR

Am Wochenende ist Bundestagswahl, doch nicht wenige Bürger:innen fühlen sich von der Politik nur unzureichend vertreten. YouTuber Rezo hat jüngst eine YouTube-Serie gestartet, die Missstände im System aufzeigt. Das große Finale dreht sich um die Korruption. Ein Thema also, das aktuell so brisant ist wie nie. Auch in der Dokumentation „Geld. Macht. Politik. Die Volksvertreter und der Druck der Lobbys“ dreht sich alles um die Rolle, die das Geld in der deutschen Parteienlandschaft spielt.

Dabei geht es unter anderem um die sichtbarsten Skandale der letzten Zeit. Da ist der CDU-Abgeordnete Philipp Amthor, der Aktien bei einem US-Unternehmen hat und demselben Unternehmen Zugang zum Wirtschaftsministerium verschafft hat. Da sind mehrere Politiker, darunter Gesundheitsminister Jens Spahn höchstpersönlich, die sich nach Beginn der Corona-Pandemie durch den Kauf von Atemschutzmasken bereichert haben. Und da ist das verbrecherische Unternehmen Wirecard, für das CSU-Ex-Minister zu Guttenberg lobbyiert hat.

Und das ist nur die illegale, skandalöse Seite der Medaille. Lobbyismus an sich ist ein anerkannter Teil des politischen Systems. Allein in Berlin sollen 6 000 Lobbyist:innen tätig sein, 800 von ihnen haben regelmäßigen Zugang zum Bundestag. Sie alle wollen die politischen Entscheidungen in ihrem Sinne beeinflussen. Ein akzeptables Modell?

„Geld. Macht. Politik“ zeigt zugleich allerdings auch auf, inwiefern nicht nur Lobbyismus, sondern auch die Kritik daran gefährlich sein kann. Denn populistische Kräfte bedienen sich allzu gern des Narrativs der geldgierigen Politik, die keine Prinzipien kennt. Ist die Lösung also schlicht mehr Transparenz? Oder sind radikalere Maßnahmen gefragt? Diese und mehr Fragen diskutieren die Filmemacher:innen Julia Lehmann und Tobias Seeger mit ihrer Dokumentation.

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