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Doku-Tipp: „Wie kam Hitler an die Macht?“

Wie kam Hitler an die Macht?
Foto: ZDF/Lukas Salna

Die Bedingungen für den Aufstieg Adolf Hitlers kennt man heute gut. Als Faktoren werden wahlweise die Strukturschwäche der Weimarer Republik, der Versailler Vertrag oder die Weltwirtschaftskrise genannt. Aber was genau ist wirklich passiert? Wie konnte es passieren, dass eine Demokratie sich in so kurzer Zeit in eine Diktatur verwandelt hat? Diese Fragen untersucht die Dokumentation „Wie kam Hitler an die Macht?“ in zwei Teilen. Am 25. Januar läuft im ZDF der zweite Teil „Tödliche Verschwörung“ – der erste steht bereits in der Mediathek zur Verfügung.

Bei dem Zweiteiler handelt es sich um eine ZDF-Bearbeitung der BBC-Reihe „Rise of the Nazis“. Grund für die Entstehung der neuen Dokumentation ist eine konkrete Sorge um die Gegenwart. „Die Demokratie ist auch heute in vielen Ländern in Gefahr. Deshalb schauen wir zurück auf diese Zeit, da sie uns lehren kann, wie wir die Demokratie verteidigen können“, so Prof. Sir Richard Evans, Historiker. Im Rahmen der beiden Filme wird der Aufstieg Hitlers durch einzelne Schlüsselfiguren betrachtet. Darunter fallen nicht nur Hitler selbst sowie andere Nazis, darunter Heinrich Himmler, Hermann Göring und Ernst Röhm. Auch konservative Politiker wie Paul von Hindenburg oder Franz von Papen spielen zentrale Rollen.

Die zentrale Erkenntnis: Es waren nationalkonservative Kräfte in der Weimarer Republik, die den Faschisten den Weg bereitet haben. Sie waren gegen die liberale Demokratie und hatten im Gegensatz zu den Nationalsozialisten Macht und Einfluss. Die Historikerin Dr. Heike Görtemacher sagt dazu: „Letztlich war es so: Die konservativen Eliten wollten keine Demokratie. Das war ein ganz bewusster Akt. Sie sahen Hitler als Lösung des Problems und nicht als Problem.“

„Wie kam Hitler an die Macht? Teil 2: Tödliche Verschwörung“ läuft am 26. Januar um 20.15 Uhr im ZDF. Im Anschluss kann der Film – genau wie Teil 1, „Der Teufelspakt“ – noch bis zum 6. Februar in der Mediathek geschaut werden.