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Musik

„Ein sicherer Ort, egal wer du bist“: Tori Kelly schwärmt vom Tour-Leben

Sie hat das Album „God must really love me“ während ihrer Schwangerschaft geschrieben und in den ersten Wochen mit ihrem Sohn fertiggestellt. Jetzt errichtet Tori Kelly auf ihrer Tour Safe Spaces. 

Sängerin Tori Kelly sitzt auf einem Hocker und schaut selbstbewusst in die Kamera.
Tori Kelly geht auf große Welttournee. (RBK Fusion)

Tori, wie war es, ein Album während der Schwangerschaft zu schreiben? Und was hat sich nach der Geburt verändert?

Tori Kelly: Ich habe es total genossen! Wenn ein Baby kommt, kannst du nicht auf Pause drücken, das ist eine feste Deadline. Ich wollte unbedingt Musik rausbringen, also habe ich so viele Songs wie möglich gesammelt, war nebenbei auf Tour und habe sogar Cover und Packaging schwanger geshootet. Ich sitze da so, dass man meinen Bauch kaum sieht, aber technisch gesehen ist der Kleine drauf. Als er dann da war, haben die meisten Songs erst Gestalt angenommen. Ich dachte, das Album wäre schon gut, aber plötzlich wusste ich, wie es wirklich sein muss. Es ist das erste Mal, dass Musik von mir eins zu eins repräsentiert, wo ich gerade im Leben stehe.

Du wünschst dir, dass sich Menschen durch das Album geliebt fühlen. Was sollen sie aus deinen Shows mitnehmen?

Kelly: Eine Show ist immer größer als ich. Menschen aus ganz verschiedenen Lebenswelten kommen zusammen, das ist die Kraft von Musik. Ich möchte, dass alle in Frieden und mit Hoffnung rausgehen. Vielleicht steckt jemand gerade in etwas Schwerem und merkt: Ich schaffe das. Fans haben mir erzählt, dass sie bei meinen Konzerten lebenslange Freundschaften geschlossen haben. Wildfremde wurden beste Freunde, weil bestimmte Songs tiefere Gespräche ausgelöst haben. Das ist so losgelöst von mir, und trotzdem bin ich ein kleiner Teil davon. Ich kann einen sicheren Ort anbieten.

Spürst du diese Verbindung auch von der Bühne aus?

Kelly: Ständig, das ist mein liebster Teil am Performen. Online kann ich Reaktionen lesen, aber ich sehe ja nicht, wie jemand das Album hört. Live sehe ich, wie sich Leute mit einzelnen Songs verbinden, das erkennt man in den Augen. Ich glaube, viele vergessen, dass ich sie auch sehe. Wenn ich selbst im Publikum stehe, wirkt die Bühne weit weg. Oben denke ich dann: Wow, ich erkenne fast jedes Gesicht, bis ganz nach hinten. Manche weinen, andere tanzen und haben einfach Spaß. Es ist, als bekäme ich meine eigene Show, während ich spiele. Auf „Hurt so good“ freue ich mich besonders, da gibt es Call-and-Response und viele Backgrounds. Meine Fans singen gern, da verlasse ich mich aufs Publikum.

Touren als Mama: Wie sieht das jetzt aus?

Kelly: Ganz nach dem Motto: Learning by doing. Mein Mann und ich wollen als Familie so viel wie möglich zusammen sein, er kommt überall mit. Diesen Sommer war ich Support bei Forrest Frank, das war ein guter Test, mein Sohn hat den Bus geliebt. Ich neige dazu, alles bis ins kleinste Detail durchzuplanen, aber es läuft sowieso besser, wenn ich es lasse. Ich sehe es als Abenteuer. Am meisten freue ich mich darauf, ihm Europa zu zeigen. Vor allem Deutschland, mein Mann hat nämlich deutsche Vorfahren. Unser Sohn wird sich nicht daran erinnern, aber wir schon.

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