- Review
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„Everything“ von Black Sea Dahu: Ein Ort für Trauer
Das dritte Album von Black Sea Dahu ist im Schatten einer Tragödie entstanden. Die Band erreicht darauf eine seltene Intimität.

Wie lässt sich Trauer aushalten? Black Sea Dahu versuchen sich an einer Antwort: „Everything“ ist nach dem plötzlichen Tod des Vaters der Geschwister Janine und Vera Cathrein entstanden. Nicht in einem Stück, sondern phasenweise – als Suchen, Fragen, Aushalten und Zulassen. Gemeinsam mit ihren drei musikalischen Mitstreitern – Bruder Simon ist 2022 aus dem Bandprojekt ausgestiegen – sind neun Songs entstanden, deren Schwere sich nur tragen lässt, wenn man ihrem vollen Gewicht den Raum gibt. Hat das zweite Album der Schweizer wie ein Zwischenruf gewirkt, atmet „Everything“ durchdringende Komplexität.
„Ich habe kein Album gemacht. Ich habe einen Ort gebaut, um diese Trauer auszuhalten“ – sagt Janine Cathrein über das dritte Black-Sea-Dahu-Werk. Musikalisch knüpft das Quintett aus Gitarren, Schlagzeug, Bass, Blech- und Holzbläsern einen dichten Soundteppich, der nur selten durchlässiger wird, etwa wenn „Superpower“ einen Moment der Leichtigkeit oder „Ruth“ ein Stück Alltagsvergessenheit erlaubt und das zentrale „The Dragon“ sich wie sirupartiger Trost über die Wunden dieser Band ausbreitet. Ein Album, dessen Intensität kaum in Worte zu fassen ist.
Musik

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