- Review
First Class And Coach – The Truth about Honey
Die Sonic-Youth-Einflüsse bei First Class And Coach kann man als altbacken abtun, aber „The Truth about Honey“ ist eine spannende und originelle Gitarrenplatte.

Eigentlich ist es ja eine Ungerechtigkeit, dass Musik so historisch befangen ist. Aber trotzdem wäre es einfach nicht das selbe, wenn fast 60 Jahre nach „All along the Watchtower“ irgendein junger Gitarrenfrickler einen Bob-Dylan-Song auf Psychedelic-Rock bürstet und bei der dazugehörigen Live-Performance symbolartig Feuerzeugbenzin auf seine brennende Gitarre ejakuliert. Es wäre wahrscheinlich ungleich furchtbarer.
Ein Glück, dass das Quartett First Class And Coach seine 20-jährige Banderfahrung nicht dazu benutzt, epigonal seine Einflüsse zu reproduzieren – und ein noch viel größeres, dass Rock bei ihnen nichts mit Gegniedel und kaum verschleierter Masturbationssymbolik zu tun hat. Die Sonic-Youth-Einflüsse bei First Class And Coach könnte der Rezensent, der zu deren Hochzeit noch nicht geboren war, zwar als altbacken abtun – durch Ignoranz und eine späte Geburt historisch unbehaftet ist „The Truth about Honey“ jedoch eine tolle, aufregende Gitarrenplatte. Alle Angaben für 90er-Artrock-Purist*innen ohne Gewähr. jl
The Truth about Honey ist am 13. März via I Am Surprised Records erschienen.
Musik


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