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Franziska Hauser: Sommerdreieck

Jette begehrt den Bildhauer. Aber der Bildhauer schläft mit Nele, mit Jessi, später noch mit anderen Frauen, nie mit Jette. Weswegen die sich zunächst an einen Jugendfreund hält, dann an einen vernünftigen jungen Mann, der der Vater ihres Kindes wird. Was nichts am Begehren ändert. Von dem wir allerdings nur bruchstückhaft erfahren: Franziska Hausers „Sommerdreieck“ arbeitet mit Andeutungen, mal wird in Richtung Generationenporträt geschlendert, mal in Richtung Kindheitserinnerung, mal sogar in Richtung Gespenstergeschichte, ziellos, haltlos, wie ein erotisches Spiel an einem heißen Sommertag, das nicht genau weiß, wo es eigentlich hinwill. Die Autorin lässt uns an der langen, an der sehr langen Leine, über weite Strecken weiß man nicht einmal, ob sich die Handlung tatsächlich zu einem Roman fügt und nicht aus Einzelteilen zusammengesetzt bleibt, mehr Short Stories als konsequent durchkomponiertes Werk. Und als sich der Stoff am Ende dann doch noch fügt, dann ist es okay, aber auch irgendwie egal. Wie alles, was passiert, wenn es auch nachts kaum erträglich warm bleibt, wenn der Wein fließt und Gitarre gespielt wird, wenn Grillen zirpen über leeren brandenburgischen Feldern. Hinterher kann man nicht einmal sagen, ob es wirklich gut war, was man erlebt hat, man nimmt es eben so hin.

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