KUNST

Zeit für Kunst? „Futura – Vermessung der Zeit“ in der Galerie der Gegenwart in Hamburg

Galerie der Gegenwart: Futura – Vermessung der Zeit
Bogomir Ecker, Tropfsteinmaschine (Detail), 1996, Rauminstallation, Hamburger Kunsthalle © VG Bild-Kunst Bonn 2021 und Archiv Bogomir Ecker

In der Galerie der Gegenwart, Teil der Kunsthalle Hamburg, gibt es seit 1996 ein Kunstwerk, das das gesamte Haus durchzieht – und eine Laufzeit von 500 Jahren hat! Die „Tropfsteinmaschine“ von Bogomir Ecker durchzieht die gesamte Galerie der Gegenwart vom Dach bis zum Sockelgeschoss und wird, wenn alles ungestört verläuft bis zum Jahr 2 496 Stalagniten und Stalagtiten von fünf Zentimetern Länge gebildet haben. Ein idealer Ausgangspunkt für die Ausstellung Futura – Vermessung der Zeit, die sich vom 14. Januar bis 10. April Gedanken macht über die Zeit. Was ist sie, und wie kann sie künstlerisch dargestellt und vermessen werden? Wie kann Zukunft gedacht werden? Kann Kunst zu dem Diskurs über Wahrnehmung, Vorstellung und Zukunftsfragen etwas Substantielles beitragen?

Galerie der Gegenwart: Dialog über die Jahrhunderte hinweg

Das 25-jährige Bestehen der „Tropfsteinmaschine“ und der Galerie der Gegenwart nehmen um die 30 internationalen Künstler:innen zum Anlas, den grundlegenden Fragen rund um Zeitlichkeit, Nachhaltigkeit und Visionen auf den Grund zu gehen. Dazu wurde das erste Obergeschoss von allen Trennwänden befreit und erlaubt so einen offenen Blick in den Stadtraum. Wir kommen nun Kunstwerke, Artefakte und Naturalien zusammen – vieles davon ist neu und extra für die Ausstellung entstanden, anderes tritt in einen Dialog über die Jahrhunderte und die Disziplinen hinweg. So trifft eine Zeichnung von Caspar David Friedrich aus dem Jahr 1826 auf eine zeitgenössische Fotografie von Pierre Huyghe oder Katinka Bocks für die Ausstellung geschaffene Keramikinstallation „Trostpfützen“ begegnet Gustave Courbets „Die Grotte der Loue“ (1864).

Die von Bogomir Ecker und Brigitte Kölle (Sammlungskuratorin) gemeinsam kuratierte Ausstellung wird um ein in Zusammenarbeit mit dem Tropfstein e.V. konzipiertes umfangreiches und interdisziplinäres Veranstaltungsprogramm „Futura – Zukunft als Denkform“ erweitert. Eine musikalische Uraufführung einer speziell zu diesem Anlass entstandenen Komposition von Daniel Ott, Lesungen mit der Autorin Emma Braslavsky und dem Schauspieler Jens Harzer, Gespräche und Vorträge von bekannten Philosophen, Literatur- und Kunstwissenschaftler:innen sind Teile dieses Programms.

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