Geplant anders

Von Carsten Schrader

An dem berüchtigten zweiten Album wären Genghar fast zerbrochen. „Wir haben viel zu lange daran geschraubt, es gab interne Schwierigkeiten, und am Ende sind wir allzu oft bei mutlosen Kompromissen gelandet“, erinnert sich Sänger Felix Bushe an die Zeit von „Where Wildness grows“. Umso euphorischer feiert er jetzt den radikalen Befreiungsschlag von Album Nummer drei: Angefeuert von Bushes altem College-Freund Jack Steadman (Bombay Bicycle Club) als Produzenten, experimentiert die Londoner Gitarrenband auf „Sanctuary“ mit elektronischen Texturen und setzt etwa mit der groovigen Single „Heavenly maybe“ auch verstärkt auf Tanzbarkeit. „Zudem habe ich zum ersten Mal die Rolle des abstrakten Geschichtenerzählers verlassen und sehr persönliche Texte geschrieben“, ergänzt Bushe, der parallel zum unbefriedigenden zweiten Album auch persönliche Tiefschläge verarbeiten musste. Dass er sich dabei ausgerechnet an Homers „Odyssee“ orientiert, findet er durchaus naheliegend. „Ich muss nur die Nachrichten durchgehen, um auf Menschen zu stoßen, die sich wie willkürliche und grausame Götter aufführen.“ cs

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