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Gerhard Henschel: Ein Krimiprojekt für zwischendurch

Gerhard Henschel
Gerhard Henschel. Foto: Jochen Quast

Gerhard Henschel verschiebt seinen neuen Martin-Schlosser-Romane mal eben auf den Herbst. Was ist vorgefallen?

Herr Henschel, Sie verschieben das Erscheinen des neuen Martin-Schlosser-Romans vom Frühjahr in den Herbst. Haben Sie Gründe dafür, dass Sie all die warten lassen, die schon ganz ungeduldig sind und wissen wollen, wie es nach dem „Erfolgsroman“ im neunten Band seiner Lebensgeschichte mit Martin Schlosser in den 1990ern weitergeht?

Gerhard Henschel: Mit „SoKo Heidefieber“ ist mir ein kleines Kriminalromanprojekt dazwischengekommen. Die Idee, einen Serienmörder auf die Autoren von Regionalkrimis loszulassen, war einfach zu verlockend. Und es ist ja auch ganz gut, wenn Martin Schlosser in Zukunft nicht nur zu erzählen hat, dass er Martin-Schlosser-Romane schreibt.

Zugegeben: Ermordete Regionalkrimiautoren – das hat was. Aber Sie sind ja auch mit Gerhard Kromschröder durchs hessische Bergland gelaufen und haben über die Brüder Grimm geschrieben. So holt die erzählte Zeit die reale Zeit aber nicht ein!

Henschel: Vielleicht ja doch. Ich bemühe mich, täglich zwei Tage zu schildern. Mit diesem Verfahren rückt die Gegenwart allmählich näher.

Der Schriftsteller Michael Rutschky und der Satiriker Wiglaf Droste spielen im „Erfolgsroman“ und auch für Sie privat eine nicht unwesentliche Rolle. Wie wirkt sich der Tod der beiden 2018 und 2019 auf ihren neuen Roman aus?

Henschel: Es stimmt mich traurig, dass Michael Rutschky und Wiglaf Droste die Romanpassagen, in denen sie vorkommen, nun nicht mehr gegenlesen und verbessern können, aber ich hoffe, daß ich in Zukunft auch ohne ihre Mithilfe den richtigen Ton treffen werde.

Welcher Ton wird dominieren? Ich frage das vor dem Hintergrund, dass Ihr Vater in dieser Zeit gestorben ist und der Arbeitstitel deshalb auch „Schauerroman“ heißt.

Henschel: Spoilerwarnung. Es wird einiges Schauerliche zur Sprache kommen, aber Martin Schlosser hat auch immer wieder Grund zur Freude. Und im Sommer 1993 wird er – was manche Leser verwundern mag – einmal Hand in Hand mit Domenica Niehoff „Allahu akbar“ als Kanon singen.

Interview: Jürgen Wittner

Gerhard Henschel Märchenwege. Auf den Spuren der Brüder Grimm

Edition Temmen, 2019, 224 S., 24,90 Euro

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SoKo Heidefieber erscheint im Mai bei Hoffmann und Campe.

 

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