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„Germaine Acogny – Die Essenz des Tanzes“ ist ein Gewinn

Germaine Acogny
Germaine Acogny (Foto: CALA FILM)

Germaine Acogny ist eine Choreografie-Legende – der Dokumentarfilm „Die Essenz des Tanzes“ würdigt sie jetzt.

Tanz ist eine zentrale Ausdrucksform in vielen afrikanischen Kulturen. Dass der zeitgenössische afrikanische Tanz mittlerweile nicht mehr nur durch die folkloristische Brille betrachtet wird, ist freilich der Pionierarbeit von Germaine Acogny zu verdanken, geboren 1944 in Benin, ausgebildet im Senegal, in Toulouse und Brüssel von zeitgenössischem europäischem Tanz beeinflusst. 1998 gründete Acogny die École des Sables, eine Mischung aus Ausbildungsstätte, Produktionshaus und Aufführungsort in Toubab Dialo südlich von Dakar – und bis heute ein multikulturelles Zentrum, an dem man nicht vorbeikommt, wenn man sich für Tanz auf dem afrikanischen Kontinent und zunehmend auch international interessiert.

Greta-Marie Beckers Film „Germaine Acogny – Die Essenz des Tanzes“ erfindet zwar das Genre der Kunstdokumentation nicht neu, nimmt sich aber Zeit, die heute 82-jährige Choreografin ihre „Acogny-Technik“ erklären zu lassen sowie Verbindungen herzustellen, zu Martha Graham wie zu Pina Bausch. Becker stellt Tanzszenen neben Schlaglichter aus der Ausbildung an der École des Sables und Impressionen von der Architektur im Nirgendwo der senegalesischen Provinz – und nach und nach wird so eine künstlerische Vision deutlich, anhand deren sich die Relevanz von Acognys Kunst nachvollziehen lässt. Womöglich wären einzelne Statements von Olivier Dubois bis Amy Collé Seck gar nicht unbedingt nötig gewesen, vielleicht hätte man ein bisschen mehr Hintergrund zu politischen Kraft dieser Performances gewünscht, aber als Einführung in das, was auf dem Kontinent aktuell tänzerisch passiert, ist dieser Film auf jeden Fall ein Gewinn.

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