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„Good Boy – Wir wollen nur dein Bestes“: Umerziehung im Verlies

Good Boy – Wir wollen nur dein Bestes läuft jetzt im Kino
(Foto: Lukasz Bakj/X Verleih)

In „Good Boy - Wir wollen nur dein Bestes“ will eine Familie aus einem jungen Straftäter einen neuen Menschen machen – mit allen Mitteln …

Tommy (Anson Boon, „Pistol“) ist ganz gewiss kein guter Junge. In den ersten, rasant geschnittenen Filmminuten folgen wir dem 19-jährigen Großmaul durch eine ex­zessive Partynacht, in der er sich hemmungslos zu­dröhnt, vor den Augen seiner Freundin eine andere vögelt, Menschen demütigt und verprügelt – und schließlich völlig high durch die nächtlichen Straßen Londons taumelt. Als er wieder zu sich kommt, findet er sich angekettet im Kellerverlies einer abgelegenen Villa wieder. Mit einem solchen Szenario könnte ein sadistischer Horrorstreifen beginnen, doch Tommys Kidnapper meinen es gut mit ihm und wollen ihn zu einem anständigen Leben führen. Wenn er allerdings aufmuckt, droht der Elektroschocker, ist er brav, darf er im Wohnzimmer mit der Familie fernsehen.

Diese Alptraumvariante einer kleinbürgerlichen Familie wird angeführt von dem dem stets verständnisvoll-belehrend auftretenden Vater Chris (Stephen Graham aus dem Netflix-Hit „Adolescence“). Der polnische Regisseur Jan Komasa („Corpus Christi)“ lässt lange in der Schwebe, worauf dieser Thriller hinauslaufen wird. Spannung entwickelt sich dabei eher gemächlich, das Unbehagen aber bleibt bestehen – zumal sich Opfer- und Täterperspektive immer wieder überlagern. Umso überzeugender sind die Hauptdarsteller:innen: Sie verleihen ihren Figuren eine beunruhigende Ambivalenz und dem Film dadurch eine tückische Doppelbödigkeit.

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