„Grump – Auf der Suche nach dem Escort“: Skurrile Odyssee durch Deutschland
In „Grump“ in der Arte-Mediathek sucht ein schrulliger Finne ein spezielles Ford-Modell – und landet dabei auch auf der Reeperbahn.
„Grump – Auf der Suche nach dem Escort“ läuft am 24. April bei Arte und ist bis 23. Mai in der Arte-Mediathek zu finden.
Störrische skandinavische alte Männer geben immer wieder gute Kinohelden her – je schräger, desto besser. Der Grump (Heikki Kinnunen), eine Schöpfung des finnischen Autoren Tuomas Kyrö, passt mit seiner (extrem schmieriges Haar verbergenden) Pelzkappe, Gummistiefeln und allgemein ungehobelter Art perfekt in diese Ahnenreihe. Grump steht mit der modernen Welt und überhaupt mit allem, was außerhalb seines Hofes in der finnischen Pampa passiert, auf Kriegsfuß. Daher muss, als Grump nach einem Aussetzer am Steuer seinen roten 1972er Ford Escort in den Graben setzt, als Ersatz exakt dasselbe Modell her und das gibt es in ganz Finnland nicht…
Regisseur Mika Kaurismäki schickt seine Hauptfigur auf eine vergnügliche Odyssee durch Deutschland, auf der Grump zunächst auf der Hamburger Reeperbahn, dann im Krankenhaus und schließlich in der Aussteiger-Bauwagensiedlung landet, wo sein seit Jahrzehnten verschollenen Bruder Tarmo (Kari Väänänen) lebt. Die Story ist die einer Läuterung: Grump erkennt auf seiner Reise, wie wichtig Familie ist und schafft es schließlich, seine zerstrittene Mischpoke wieder zusammenzuführen. Mika Kaurismäki ist ein viel konventionellerer Regisseur als sein berühmter Bruder Aki; der familientypische lakonische Humor zieht sich aber auch durch „Grump“ und macht aus einer ziemlich konstruierten Story eine kurzweilige, warmherzige Komödie.