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Haldern Pop: Das coolste uncoole Festival Deutschlands – Jetzt Tickets gewinnen!

Spiegelzelt 2025
Spiegelzelt 2025 (Foto: Buckstegen)

Das Haldern Pop gilt als eines der Tastemaker-Festivals in Deutschland. Wir haben mit Gründungsmitglied Stefan Reichmann über die Historie des Festivals gesprochen – und verlosen darüber hinaus auch noch Tickets!

„Wir sind nicht cool“, sagt Stefan Reichmann, und vermutlich ist damit schon die Frage beantwortet, was das Haldern Pop am Niederrhein mit seinen jährlich knapp 7 000 Besucher:innen so besonders macht. Reichmann war Gründungsmitglied des 1984 ins Leben gerufenen Festivals, das aus einer von 13 Ministranten organisierten Partysause hervorgegangen ist. In diesem Jahr verantwortet er als künstlerischer Leiter nun schon die 43. Ausgabe des Open Airs, das seit Jahrzehnten als Tastemaker-Festival gilt – ist es doch ausgemachte Sache, dass die Acts, die hier etwa im Spiegelzelt auftreten, schon kurz darauf international durch die Decke gehen.

„Wenn man liest, dass wir ein Singer-Songwriter-Festival oder ein Indie-Festival sind, weiß man, dass die Leute sich nicht wirklich mit unserer Entwicklung beschäftigt haben“, erklärt Reichmann das mit dem Uncool-Sein genauer. Nicht Zuschreibungen oder Genres zählen, sondern Gemeinschaft und geteilte Erfahrungen. „Wir konnten uns hier als junge Leute ausprobieren und geduldig eigene Erfahrungen machen.“ Fehler gehören unbedingt dazu, wenn man sich im Durcheinander ständig neu erfindet und Traditionen hinterfragt. „Wir haben uns von der Erwartung emanzipiert, eine stilvolle Eigenart und Fehlerkultur entwickelt, was unserer Resilienz zugutekommt“, sagt er. Und: „Unsere Philosophie ist es, unsere ursprünglichen Gründe nicht aus den Augen zu verlieren, die Liebe zur Musik und eine haltende Klammer unserer diversen Gemeinschaft zu pflegen. Wir verkaufen Tickets, um ein Festival in unserem Dorf zu veranstalten. Immer mehr Veranstalter planen Festivals, um Tickets zu verkaufen.“

Zum Haldern-Kosmos gehören zudem nicht nur das italienische Schwesterfestival Kaltern Pop im italienischen Caldaro al Lago und das Haldern Pop Label, sondern auch die Haltern Pop Bar: Als mitten im Dorf eine Kneipe aufgegeben werden sollte, haben sie ein Konzept für ein Off-Day-Hotel entwickelt. Bands, die zwischen zwei Auftritten einen freien Tag haben, bekommen so seit 2009 freie Kost und Logis gegen ein abendliches Konzert auf Hut. Natürlich ist für all das die ungebrochene Liebe zur Musik entscheidend, denn nur so lassen sich immer wieder Entdeckungen machen. Doch längst kommen die Musiker:innen auch auf das Haldern Pop zu, denn genau diese Haltung des Teams um Stefan Reichmann ist für sie attraktiv.

Es mag Musikfans geben, die es uncool finden, dass Sportfreunde Stiller in diesem Jahr beim Haldern Pop spielen. Doch genau das ist Reichmann egal, denn sie sind eben Freunde, waren bereits 1999 zum ersten Mal in Haldern dabei, und die guten, gemeinsamen Konzertmomente stechen hier die Indie-Etikette. Mit Bonnie „Prince“ Billy, The Notwist, Asaf Avidan, Tyler Ballgame, Horsegirl und Black Country, New Road sind weitere etablierte Acts dabei, aber natürlich sind die Neuentdeckungen noch ein bisschen spannender. Limitieren wir uns hier mal auf drei: Friko aus Chicago empfehlen sich mit ihrem zweiten Album „Something worth waiting for“ nicht nur für die Bestenliste 2026, sondern auch als legitime Nachfolger von Bright Eyes. In Deutschland spielen sie dieses Jahr nur ein einziges Konzert – beim Haldern Pop. Bei Hex Girlfriend pendelt Noah, Sohn von Radiohead-Sänger Thom Yorke, gemeinsam mit James Knott zwischen Rave und Heavy Rock. Und vor allem ist da Della aus Zypern, die mit ihrem Sound zwischen Indie, Rock, Folk und bluesigen Elementen ganz bald schon in einem Atemzug mit Phoebe Bridgers, Lucy Dacus und Mitski genannt werden wird.

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