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Heinz Helle: Eigentlich müssten wir tanzen

In „Eigentlich müssten wir tanzen“ beschreibt Heinz Helle den Weltuntergang mit poetischer Kargheit.

Eine Gruppe junger Männer verbringt ein Wochenende auf einer Hütte in den Bergen. Als sie ins Tal zurückkehren, sind die Ortschaften verwüstet, ihre Bewohner tot oder geflüchtet und die Geschäfte geplündert. Was genau passiert ist, erfahren sie nicht. Mit schnörkelloser Sprache beschreibt der 37-jährige Autor Heinz Helle den Überlebenskampf seiner fünf Helden: Tagsüber streifen sie durch die zerstörte Zivilisation und versuchen der Kälte zu trotzen, nachts suchen sie in ihren Erinnerungen nach Gründen, am Leben zu bleiben.

„Eigentlich müssten wir tanzen“ zeichnet eine poetische Kargheit aus. Hat es Helle manchmal Überwindung gekostet, eine passende Sprache für so grauenvolle Dinge zu finden? „Es war eher ein natürlicher Prozess“, sagt er im Interview mit kulturnews. „Bei der Arbeit war ich so sehr in dieser Versuchsanordnung drin, dass es in dem Moment einfach befriedigend war, wenn etwas Kaltes und Grausames entstand. In diesem Kontext war es ja richtig. Als mich meine Lektorin auf die Vergewaltigungsszene ganz am Anfang angesprochen hat, war mir im ersten Moment gar nicht mehr bewusst, dass das brutal ist. Ich hatte mich in dieser Welt lange genug bewegt, um das als Sprache auf dem Papier schlüssig zu finden und gar nicht mehr zu bewerten.“

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