Helene Hegemann stellt „Striker“ vor

In ihrem neuen Roman „Striker“ seziert Helene Hegemann die diffusen Ängste, die von Verschwörungsmythen und einem entfesselten Kapitalismus gefüttert werden.
Wer einen Roman von Helene Hegemann liest, muss jederzeit damit rechnen, dass eine Faust aus dem Buch emporschnellt und zuschlägt. In „Striker“ macht sie dann gleich mal eine Kampfsportlerin zur Protagonistin: In ihrem heruntergekommenen Viertel trainiert N und beobachtet die Obdachlosen, im Villenviertel am anderen Ende der Stadt trifft sich die Mittzwanzigerin zum Ficken mit einer Politikerin aus dem Verteidigungsausschuss. Für N gehören Schweiß, Blut und Knochenbrüche zum Tagesgeschäft, doch es beunruhigt sie, als in ihrer Umgebung überall Graffiti mit runenartigen Zeichen auftauchen. Und warum kommt ihr die junge Obdachlose Ivy so vertraut vor, die plötzlich mit Koffern und Tüten vor ihrer Tür auftaucht und sich als Freundin des Sprayers Striker vorstellt? Hegemann seziert Klassismus, Einsamkeit und die diffusen Ängste, die von Verschwörungsmythen und einem entfesselten Kapitalismus gefüttert werden. Und leider ist „Striker“ zu gegenwartssatt, um als Dystopie oder auch nur als beklemmender Berlin-Roman beiseite gewischt zu werden.
Helene Hegemann geht mit „Striker“ auf Lesereise
9. 4. München, Literaturhaus
22. 4. Hannover, Literaturhaus
3. 6. Mainz, Staatstheater Mainz
4. 6. Darmstadt, Centralstation
5. 6. Frankfurt, Literaturhaus
Wer sich für die Veranstaltungen mit Helene Hegemann interessiert, sollte auch die Termine der Lesereise von Kristine Bilkau checken