„Hijack – Staffel 2“: Die Todesfahrt der Berliner U-Bahn 5
Entführung unter der Erde: Staffel 2 der Serie „Hijack“ bei Apple TV+ mit Idris Elba als Sam Nelson spielt in einer Berliner U-Bahn. Der Held der ersten Staffel entführt nämlich einen Zug. Doch warum?
Vor zwei Jahren ging die erste Staffel der so spannenden wie verwickelten Thrillerserie „Hijack“ mit Idris Elba („A House of Dynamite“) in der Hauptrolle des Sam Nelson bei Apple TV+ an den Start. Damals versuchte Nelson – von Beruf professioneller Verhandler in geschäftlichen Dingen – an Bord eines entführten Flugzeugs mit den Tätern ins Gespräch zu kommen, um den Worst Case der Entführung zu verhindern: einen Absturz. Jetzt kommt Staffel 2 der Thrillerserie „Hijack“, und alles ist ganz anders: Sam Nelson sitzt in einem Zug der Berliner U-Bahn der Linie U5, als diese entführt wird: Und noch schlimmer: Er entpuppt sich selber als Entführer.
Nein, es ist nicht so wie in dem US-Spielfilm „Stoppt die Todesfaht der U-Bahn 123“ von 1974 mit Walter Matthau in der Hauptrolle, als eine New Yorker U-Bahn von Kriminellen entführt wird. Aber so ähnlich startet die zweite Staffel der Thrillerserie „Hijack“ schon: Nämlich ausgerechnet in der Berliner U-Bahn, genauer gesagt in der U5, die gerade durchs Regierungsviertel rauscht, tragen sich erst mal nur seltsame Dinge zu. Während sich der Lokführer merkwürdig benimmt, völlig nervösa agiert, sich aber nicht vom Dienst suspendieren zu lassen, hastet ein anderer Mann duch die U-Bahn-Tunnel und manipuliert Weichen. Gleichzeitig taucht auch noch Sam Nelson (Idris Elba) auf, der Held aus der ersten Staffel der Serie „Hijack“. Nelsons seltsames Verhalten macht ihn zunächst noch nicht verdächtig, vermutet man bei ihm doch erst mal nur notorisches Misstrauen. Doch obwohl noch kein Motiv erkennbar ist, entpuppt sich der Mann am Ende der ersten Folge als Entführer der U-Bahn, und dann verlässt der Zug der U5 auch noch über einen nicht öffentlichen Tunnel seine übliche Strecke.

„Hijack – Staffel 2“ mit Lisa Vicari und Christiane Paul
Der Gipfel der ersten Eskalation ist erreicht, als ein unbekannter Passagier plötzlich – auf Seiten der Entführer? – ins Geschehen eingreift, und einen anderen Fahrgast tötet. Gehören die alle wirklich einer Bande an, oder agieren hier völlig unterschiedliche Menschen und Interessengruppen? In der Leitzentrale der Berliner U-Bahn verhandelt die Berliner Polizeipräsdentin (Christiane Paul, „Concordia – Tödliche Utopie“) abwechselnd mit der Anfängerin Clara (Lisa Vicari, „The next Level“, „Django“) am Schaltpult mit Sam Nelson, der sich immer mehr als Mensch entpuppt, der zur Entführung der U-Bahn erpresst wird. Gleichzeitig will ein MI5-Agent (Toby Jones, „Unschuldig – Mr. Bates gegen die Post“) nicht mit der Wahrheit über die Hintergründe rausrücken. Die zweite Staffel der Serie „Hijack“ ist noch lange nicht zu Ende geschaut, doch nach vier gesichteten Folgen muss man unter Vorbehalt anerkennen, dass die Entführung einer U-Bahn einen ordentlichen Spannungsbogen entwickeln kann. Headautor George Kay („Lupin“) und Regisseur Jim Field Smith („The wrong Mans“, „Criminal: Vereinigtest Königreich“) haben ganz Arbeit geleistet und die Handlung geschickt mit den Auswirkungen der ersten Staffel verwebt, denn auch Sam Nelsons Familie hat enorm viel mit dem Geschehen jetzt zu tun, von dem hier aus Spoilergründen bei weitem noch nicht alle Facetten angesprochen wurden.