Hund Am Strand

Intelligente Bands können auch Spaß machen. Ein Gespräch mit Fabian Schwinger, dem Gitarristen und Sänger der Berliner Indiepopper Hund Am Strand, über Rock mit Hirn. Die Band tourt im Rahmen des kleinen, feinen Indie-Festivals stromundgitarre live.

kulturnews: Fabian, wir hatten zu eurer Platte „Adieu Sweet Bahnhof“ eine Kritik geschrieben, und zu der bekamen wir einen bösen Leserbrief, in dem es hieß, eure Songs seien pseudo-verkopft. Klingt intellektuellenfeindlich. Habt ihr denn einen intellektuellen Zugriff auf Themen?

Fabian Schwinger: Was heißt intellektuell? Gibt es den Intellektuellen heute noch? An wen denke ich denn bei dem Wort intellektuell? Da denke ich an Sartre, an die 50er Jahre. Meinst du den Vorwurf des Gymnasiastenpops?

kulturnews: Zum Beispiel.

Schwinger: Den gibt es ja schon ganz lange. Auch an die Hamburger Schule wurde der gerichtet. Ich will keine Leute ausschließen. Bei dieser Platte geht es einfach um bestimmte Empfindungen, die jeder hat. Ich denke nicht, dass ich mit irgendwelchen Symbolen hantiere, die unverständlich sind. Als ich „Frühling“ geschrieben habe, da war ich gerade sehr begeistert von dieser Gender-Theorie, und vielleicht versteht die nicht jeder. Aber ich denke, wenn ich etwas nicht verstehe, dann ist das eher eine Motivation, sich mit bestimmten Sachen zu beschäftigen.

kulturnews: Es ist ja auch eher eine Sprache, die sehr nah am Alltag ist. Aber da vermutet man ja immer einen doppelten Boden …

Schwinger: Ja, ich mag es halt, die Lieder für verschiedene Interpretationen offen zu lassen.

kulturnews: Eigentlich meint ja „intellektuell“ in erster Linie kritikfähig. In der Lage zu sein, Kritik zu formulieren, in der Lage zu sein, Sachverhalte aus verschiedenen Positionen zu betrachten.

Schwinger: Kritikfähigkeit finde ich schon gut – dass man Sachen kritisch oder zumindest realistisch sieht.

Interview: Carsten Schrader und Falk Schreiber

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