FILM

Die Camorra trinkt Wein

Im Netz der Mafia
Der Südtiroler Weingutbesitzer Matteo DeCanin (Tobias Moretti, M.) hat sich mit der Mafia angelegt, die Probleme mit Fabricia Bianchi (Tea Falco, 2.v.l.), Rivaldo Fernadi (Max Malatesta, r.) und Enzo Alto (Nicolas Orzella, l.) sind vorprogrammiert.Foto: ZDF/Hubert Mican

Schon gleich am Anfang weiß man, nicht: Ist das jetzt Rotwein, oder ist es Blut, was da tropft? Die Miniserie Im Netz der Camorra im ZDF und in der Mediathek handelt vom Eindringen der Mafia in die Familie DeCanin, die in Südtirol ein großes Weingut besitzt, ein erfolgreiches zumal: Erst vor wenigen Jahren sind sie zu den Winzern des Jahres gekürt worden. Das soll Folgen haben, denn Matteo DeCanin (Tobias Moretti) war mit seiner Frau Stefania (Ursina Lardi) in allen Zeitungsartikeln abgebildet.

„Im Netz der Camorra“: Handlung

Matteo aber hat eine Vergangenheit, von der Stafania und Tochter Laura (Antonia Moretti) nichts wissen, und die hat mit der Mafia in Neapel zu tun. Die erste Folge handelt davon, dass Nino Sorrentino sich immer näher an die Winzerfamilie heranarbeitet bis hin zum ersten Gespräch mit Matteo. Zu der Zeit wird auch eine aus Afrika Geflüchtete mit einer Kugel im Arm auf einer Straße liegend gefunden. Carabiniere Erlacher verbeißt sich in den Fall, obwohl sowohl Vorgesetzte als auch Untergebener gerne hätten, dass die Akte geschlossen und die Geflüchtete abgeschoben wird. Was hat das Etikett eines Jahrhundertweins von 1986 im Wert von 3 000 Euro in der Jackentasche der Geflüchteten mit dem Fall zu tun?

… und Ästhetik: Kamera, Score, Schnitt

Im Netz der Camorra ist in der ersten Folge noch ein leis-düsterer Thriller. Der Score von Stefan Bernheimer kündigt von der ersten Minute an, dass irgendwann Schlimmes passiert. Die Kamera (Thomas W. Kiennast, „Cortex“) wechselt zwischen ganz ruhigen Einstellungen einerseits und dem schnellen Folgen sich bewegender Personen fast immer nur von hinten. Als zu Beginn die fliehende Frau stolpert und den Weinberg hinunterstürzt, stürzt die Kamera regelrecht hinterher und filmt von der Bodenperspektive aus weiter. Regisseur Andreas Prochaska („Das Boot“) zeigt vom Urlaubsparadies Südtirol düstere, unterbelichtete Bilder und vermittelt ein Unwohlsein selbst dann, wenn er glückliche, heitere Menschen zeigt. Der Vierteiler Im Netz der Camorra steuert auf eine Katastrophe zu. jw

Nichts verpassen! Einfach unseren Film-Newsletter abonnieren! Anmelden