„In einem Land, das es nicht mehr gibt“ in der ARD
Abenteuer im modischen Underground Ost-Berlins zu Zeiten der DDR, wo Models noch Mannequins hießen – und die Staatsgewalt leider nie weit weg ist …
Heute in der ARD und bis 27. Dezember in der ARD-Mediathek abrufbar: Wer die DDR vor allem aus Filmen kennt, hat schon bei diesem ersten Halbsatz bestimmte Bilder im Kopf – Plattenbau, Trabi, triste Klamotten. Dagegen wehrt sich Aelrun Goette mit „In einem Land, das es nicht mehr gibt“. Ein Jahr vor dem Mauerfall wird Abiturientin Suzie (Marlene Burow) mit „1984“ in der Tasche erwischt, fliegt von der Schule und muss in der Fabrik arbeiten. Zufällig wird sie als Mannequin – das DDR-Wort für Model – entdeckt und ziert schon bald das Cover der Modezeitschrift Sybille. Neben der Welt von Glamour und Catwalks lernt Suzie über den flamboyanten Rudi (Sabin Tambrea, Serie „Deutsches Haus“, Kafka-Film „Die Herrlichkeit des Lebens“) auch den modischen Underground Ost-Berlins kennen. Doch selbst hier droht die Staatsgewalt …
Regisseurin Aelrun Goette hat auch das Drehbuch verfasst, das teilweise auf wahren Begebenheiten fußt: Sie selbst hat nach dem Schulverweis als Mannequin gearbeitet, Rudi basiert auf der Stilikone Frank Schäfer. Auf diese Weise schafft es ihr Film, trotz mancher Klischees frisch zu bleiben – vor allem in den Szenen, in denen Suzie und ihre Freund:innen ihre extravaganten, selbstgeschneiderten Outfits anlegen, erwacht er zu buntem Leben.