MUSIK

Jasmin Tabatabai: Eine Hymne auf die Heimwerker

Mit dem Slogan „Geht nicht, gibt’s nicht“ warb eine große deutsche Baumarktkette in den 2000er-Jahren. Die Mission war eindeutig: „Ja, auch du kannst ein Macher sein!“ Wie  schnell aus dem großen Projekt ein weiterer gescheiterter Traum aus Holz, Muttern und Schrauben werden kann, war dabei aber wohl nur den wenigsten bewusst. Jasmin Tabatabai kann – im wahrsten Sinne – ein Lied davon singen. Ihre neue Single „Männer im Baumarkt“ ist eine Neuinterpretation des gleichnamigen Songs von Reinhard Mey und all den Männern gewidmet, die mit der Bohrmaschine in der Hand den Heimwerkerkönig in sich entdecken.

In dem Song wird mit viel Humor das Verhalten der Männer beobachtet, wie sie sich erhaben ihren Weg durch die Regalreihen des Baumarkts bahnen, sich liebevoll ihren Gartengeräten hingeben und sich an ihren selbstauferlegten Aufgaben verausgaben. Zwischen den Zeilen verbirgt sich dann aber doch ein kleines bisschen Anerkennung. Denn Reinhard Mey und Tabatabai wissen: Eigentlich meinen sie es ja doch nur gut, die Männer.

So treffend die Beschreibungen in dem Text von Mey auch sind, es ist vor allem Tabatabai, die in dem Song als Sängerin strahlt. Sie phrasiert gekonnt, verpasst den Melodien Schwung und lehnt sich in das lateinamerikanische Gefühl des Songs hinein, während sich ihre rauchige Stimme an die feinen Bläser-Arrangements schmiegt.

Das neue Album von Jasmin Tabatabai kommt am Freitag

„Männer im Baumarkt“ ist ein Vorgeschmack auf Tabatabais drittes Studioalbum „Jagd auf Rehe“, das am Freitag, dem 22. 5., erscheint. Wie bei ihren vorherigen Projekten hat die Musikerin und Schauspielerin mit dem Schweizer Komponisten und Musiker David Klein zusammengearbeitet.

Auf dem Album widmen sich die beiden neben ihren eigenen Kompositionen auch Neuinterpretationen bekannter Songs, unter anderem Nick Drakes „River Man“ und Annie Lennox‘ „Why“ – und mit dem nun veröffentlichen Song eben auch einem Stück von Reinhard Mey. Der hat sich in einem Brief erst jüngst als Fan der beiden zu erkennen gegeben.

„Endlich weiß ich, warum ich diese Lieder geschrieben habe“, schreibt Mey. „Damit Du David ihnen diese fabelhaften Arrangements schreibst, und Du Jasmin sie zum Klingen und zum Funkeln bringst! Ich bin total von den Socken, welch ein Werk Ihr da vollbracht habt“. Dass sich Tabatabai und Klein über dieses Feedback gefreut haben, dürfte mehr als gewiss sein. Aber wenn ein so großer Liedermacher wie Reinhard Mey sich begeistert zeigt, ist auch klar: Auf dieses Album darf man gespannt sein! hm