- Review
Jassin will zurück nach vorn mit seiner neuen Single Offensive
Nach zehn Monaten Funkstille meldet sich Jassin mit „Offensive“ zurück. Der Song klingt nach Vorwärtsdrang, meint aber das Gegenteil: Rückzug, Schutz und den Mut, Erwartungen abprallen zu lassen.

Von einem Tag auf den anderen stand Jassin im grellen Scheinwerferlicht. Schon letztes Jahr krönte er unsere Hotlist, kurz darauf folgte das Debütalbum „Arsenalplatz“, und dann war erst mal Stille. Nach dem Trubel gönnte sich der 21-Jährige aus Lutherstadt Wittenberg eine Auszeit von Veröffentlichungen und versuchte, wieder die Kontrolle über sein eigenes Leben zu übernehmen. Zehn Monate später ist er zurück, mit der Single „Offensive“. Darin singt er davon, sich endlich von Erwartungen gelöst zu haben. Er hat sich, so klingt es, in den engsten Kreis zurückgezogen und einen Safe Space gefunden, der ihn vor Fragen abschirmt und ihn glücklicher macht als der Druck, der ihm lange auferlegt wurde. Musikalisch bleibt er dabei der melancholischen Mischung aus Rap und Pop treu, die schon „Arsenalplatz“ geprägt hat.
Im Video rennt Jassin durch eine Kleinstadt und über ein Feld, die Szenen gleiten langsam ineinander über. Er läuft, stolpert und geht immer weiter nach vorn. Er erzählt von einem Film, aus dem er sich verabschiedet hat, weil er ihm lange nicht gutgetan hat. Es wird langsam besser, sagt er, und wendet sich dabei an seine Mama. So sehr das Video nach vorne treibt und so proaktiv „Offensive“ klingt: Für Jassin selbst bedeutet der Titel einen Schritt zurück. Offensive ist bei ihm Selbstschutz. Erwartungen abblocken, das eigene Glück suchen und aufhören, gegen die Tränen anzukämpfen. Live gibt es das alles bald zu erleben: Am 3. Oktober startet Jassins Tour zu „Arsenalplatz“.
Musik

- Interview

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Hörenswert

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