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„Jelly Banquet“ von De-Phazz: Ein kleiner grüner Pudding …

Pit Baumgartner von De-Phazz sitzt im Plattenmeer
Foto: Claus Geiss

Mit dem Allstar-Album „Jelly Banquet“ feiern De-Phazz eine Lounge-Party, bei der jeder Besucher etwas mitbringt. Aber warum hat Gastgeber Pit Baumgartner ausgerechnet Wackelpeter gemacht?

Pit Baumgartner, mit De-Phazz hast du das Album „Jelly Banquet“ gemacht. Schmeckt dir eigentlich grüner oder roter Wackelpudding besser?

Pit Baumgartner: Keine Ahnung, ich bin mehr so der Schoko-Nuss-Typ. Wir haben den Pudding auf dem Cover nicht gegessen, sondern damit experimentiert. Unser Grafiker wollte Matchboxautos und Billardkugeln in den Pudding einrühren, aber das war alles nicht stabil genug. Am Ende gab’s also nur den einen großen Pudding. Klare Bildsprache: wie bei einer Hausparty, wo jeder etwas mitbringt.

Okay, danke für das coole Gespräch.

Baumgartner (verunsichert): Äh, und die Musik?

Späßchen! Also, Pit, dein Bandprojekt De-Phazz scheint so eine gut geölte Maschine zu sein, die man nur anwerfen muss, und schon kommt ein Album wie „Jelly Banquet“ heraus …

Baumgartner: Ja, das Produzieren fällt uns schon ziemlich leicht. Ich kann sagen: Ich arbeite nach dem Lustprinzip. Aber darin steckt auch jede Menge Verantwortung.

Inwiefern?

Baumgartner: Na, nimm zum Beispiel die französische Sängerin Vanille Leclerc, die Tochter von Julien Leclerc. Die hat auf dem Album einen Track, und bei der Produktion habe ich gemerkt, dass die Franzosen anders unterwegs sind: 100 Prozent Chanson und bloß nichts Schräges. Darin besteht die Verantwortung: jemandem nicht irgendwelche Dissonanzen unterzujubeln, die sie nicht wollen.

Ist nach all diesen Jahren euer Publikum mit euch gereift, oder gibt es auch Teenager, die De-Phazz hören?

Baumgartner: Na ja, durch Tools wie Youtube Analytics sehe ich schon, dass mein Publikum eher zwischen 40 und 60 ist. Die TikToks sind nicht so meine Zielgruppe.

Welche Kriterien muss ein Song erfüllen, um auf einem De-Phazz-Album zu erscheinen?

Baumgartner: Er muss eine schöne Geschichte erzählen oder eine Botschaft haben. Und er muss erkennbar De-Phazz sein. Wiedererkennung ist der Kern der Popmusik. Wir haben ja alles Mögliche ausprobiert, dennoch denke ich: Bleib bei deinem Leisten. Die Leute wollen immer noch Mambo hören, und sie sagen trotzdem nicht: Klingt ja alles gleich.

Also ist auch „Jelly Banquet“ eine konsequente Fortsetzung bekannter Sounds.

Baumgartner: Ja, aber mit vielen Gästen, die bei mir große Erinnerungen geweckt haben. Dieser Übergang von der Vergangenheit ins Heute hat mich immer schon fasziniert. Ich sehe mich da als eine Art Erbverwalter.