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Jojo Rabbit: Hitler-Satire von „Thor“-Regisseur Taika Waititi läuft jetzt

Lachen über Hitler? Das war und ist ein ganz kontroverses Thema. Nur ganz wenige Filme wie Charlie Chaplins „Der große Diktator“, Ernst Lubitschs „Sein oder Nichtsein“ oder Mel Brooks „Frühling für Hitler“ haben den Spagat zwischen Grauen und Gag gemeistert. Nun kommt ein weitere Film dazu: „Jojo Rabbit“ – Coming of Age, Satire und Klamotte in einem.

Worum geht es in „Jojo Rabbit“?

Im Jungvolk-Trainingslager hat sich Johannes (Roman Griffin Davis) zum Gespött der ganzen Truppe gemacht. Doch Hitler steht ihm weiterhin allzeit mit Rat und Tat zu Seite – wie das eben bei imaginären Freunden so ist. Johannes‘ Treue zum Führer gerät erst ins Wanken, als er entdeckt, dass seine Mutter (Scarlett Johansson) in einem Wandschrank ein jüdisches Mädchen versteckt hält …

Wer hat sich das getraut?

Der jüdisch-maori-stämmige Regisseur Taika Waititi (Thor: Tag der Entscheidung) spielt selber den Hitler und steigt mit wirklich witzigem Klamauk ein. „Komm, gibt mir deine Hand“, singen die Beatles radebrechend auf Deutsch, dazu recken in schnell geschnittenen Dokumentaraufnahmen die euphorisierten Massen den Arm zum Hitlergruß. Die HJ-Pimpfe haben den Charme der „Kleinen Strolche“, und ihr Ausbilder Hauptmann Klenzendorf (Sam Rockwell) ist die tragische, versoffene Parodie eine Nazischergen.

Warum funktioniert das eigentlich?

Waititi fährt eine ganze Schar solch skurriler Nazifiguren auf, wie es sich ein deutscher Filmemacher womöglich so nie getraut hätte. Zur Mitte des Films gewinnt er seiner satirischen Geschichte dann aber auch emotionalere und dramatischere Seiten ab – und zeigt, dass „Jojo Rabbit“ eben doch mehr als nur eine Hitler-Klamotte ist. ascho

„Jojo Rabbit“ läuft jetzt im Kino.

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