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Joseph Fink & Jeffrey Cranor – Willkommen in Night Vale

„Sie würde ins Pfandhaus fahren, die Türen aus ihrem Versteck holen und sie unverschlossen wieder an ihren Platz stellen, genau zur Öffnungszeit, dem Moment, in dem ihr Bauch ihr sagte, dass der Laden offen sein sollte. Sie würde den ganzen Tag dasitzen, tun, was sie tat, und nicht mehr tun als das, was sie tat, und dann würde sie aufhören, zu tun, was sie tat, und nach Hause gehen. Viel mehr war nicht dran am Leben. Das Leben eines Menschen ist bloß das, was er tut.“ Doch dieser Tag ist anders: Es ist zwar nur ein Zettel mit zwei gekritzelten Worten drauf, doch Pfandhausbesitzerin Jackie weiß schon nach wenigen Minuten, dass sie das Papier besser nicht hätte annehmen sollen. Es bleibt an ihr kleben wie Pech und schickt sie auf eine Reise, deren Ausgang die ganze Stadt auf den Kopf stellen wird. Wobei Night Vale ja sowieso schon reichlich verkehrt herum ist … Joseph Fink und Jeffrey Cranor schufen das utopische Städtchen im amerikanischen Nirgendwo ursprünglich für eine Podcast-Serie, deren plaudernder, regelferner Duktus sich wunderbar in ihrem daraus entstehenden Romanerstling widerspiegelt. Überraschende Wendungen innerhalb eines Satzes sind für die beiden magische Momente – und ein ebensolcher ist dieses Buch.

Joseph Fink & Jeffrey Cranor Willkommen in Night Vale, Klett-Cotta, 2016, 379 S.; 19,95 Euro

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