„Kälter“ von Andreas Pflüger
„Kälter“ von Andreas Pflüger spielt an den Hotspots des Kalten Krieges: Berlin, Moskau, Wien … und in dem Ort Nebel auf Amrum.
„Kälter“ von Andreas Pflüger ist unser Krimitipp der Woche
Als Provinzpolizistin auf Amrum hat Luzy im Jahr 1989 ein lockeres Leben: schön im Reetdach-Häuschen wohnen, mit Kollege Jörgen im Radarwagen am Leuchtturm lauern und höchstens mal ein paar Teenies mit Hasch hopsnehmen. Kommt das Schietwetter aus Südsüdwest, bleiben die Touris eh weg, und man hat seine Ruhe. Denkste! Beginnt so ein Roman von Andreas Pflüger, braucht man sich keine Sorgen zu machen, dass der Großmeister des deutschen Action-Thrillers ins Genre des beschaulichen Inselkrimis abrutscht. Natürlich ist Luzy mehr als nur eine Inselpolizistin, und mit ihrer Ruhe ist es bald vorbei. Dem BKA hat sie als verdeckte Ermittlerin und Personenschützerin gedient, und ausgebildet in Geheimdienstcamps in Israel betrachtet sie das professionelle Töten als angewandte Geometrie.
Zum Ende des Kalten Kriegs belauern sich KGB, BND, SED, RAF und alle dazwischen, die falsche Ausweise und Ersatzmagazine in der Tasche haben. Und da gibt es auch jemanden, der Luzy ein Killerkomando auf die Insel schickt: Sie ist zwar etwas eingerostet, doch ahnt sie die Gefahr und kämpft mit allen Tricks im Kugelhagel gegen einen alten Feind. Als gewiefter Drehbuchautor und vor allem mit Sach- und Geschichtskenntnis versteht es Andreas Pflüger glaubhaft, in die Geheimdienstwelt der damaligen Zeit einzutauchen und Actionszenen zu choreografieren. So klingeln beim blutigen Finale zu überlauter Beatles-Musik auch beim Lesen die Ohren. Unbedingt allem vorziehen, was man sonst so im Buchregal der Ferienwohnung auf Amrum findet!
Mit „Kälter“ hat es Andreas Pflüger auf unsere Liste der besten Krimis im November 2025 geschafft.