MUSIK

Khruangbin werfen mit „Mordechai“ den Blick zurück

Khruangbin „Mordechai“ Promofot
Tamsin Isaacs

Nach zwei Alben, die sich zwischen allen nur erdenklichen historischen und kontemporären Musikszenen ausgetobt haben, und beinahe dreieinhalb Jahren auf Tour sind Khruangbin nach Hause gekommen: Wieder im heimischen Studio in Texas, haben sie ihr bisher weitläufigstes Album „Mordechai“ aufgenommen – und den großen Schritt aus der bisher überwiegenden Instrumentalität hin zu prominent in jedem Track auftauchenden Vocals gemacht. Glaubt man Gitarrist Mark Speer, war das jedoch kein so großer Schritt aus ihrer Komfortzone, wie man zunächst vermuten würde.

„Wir haben ja zuvor schon auf einigen Tracks mit Gesangsharmonien gearbeitet“, so Speer. „Was wir jetzt machen, ist viel mehr eine Erweiterung davon.“ Grund dazu, mit der Vergangenheit zu brechen, haben Khruangbin ohnehin nicht. Als die Band auf die letzten Jahre und den darin gerade erst erspielten Szene-Ruhm zurückblickte, hat es für sie nur ein Gefühl gegeben: „Dankbarkeit“. Doch ebenso, wie die Band bisher Thai-Funk, ostasiatischen Surf-Rock und jamaikanischen Dub in einem ganz eigenen Soundkosmos vereint hat, fanden die Gefühle, die Mark Speer, Bassistin Laura Lee und Schlagzeuger DJ Johnson beim Blick zurück empfunden haben, ihren Ausdruck in einem größeren Zusammenhang. Daher entbehrt „Mordechai“ trotz der Spezifik der Texte nicht der weitläufigen, traumwandlerischen Stimmung, die Khruangbins Musik bisher ausgemacht hat – es entwickelt sie weiter.

Mordechai von Khruangbin erscheint am 26. Juni.