L’Aupaire – Flowers
Selten waren wir so uneins wie bei L’Aupaires Debüt „Flowers“. Was sagt ihr?
Jede Woche stellen wir hier eine spannende Neuerscheinung zur Debatte. Es diskutieren Carsten Schrader, Mitja Steffens und Philipp Kressmann von der kulturnews. Und ein Gast: Jörg Heiser, der seit 25 Jahren über Musik schreibt und aktuell bei Fundus/Philo Fine Arts das Buch „Doppelleben. Kunst und Popmusik“ veröffentlicht hat.
Jörg: Der Gesang ist Kings-of-Leon-Geknödel im Westentaschenformat, durchgängig. Halt ich auch kaum aus. Wirkt wie eine eingerostete Dauerpose auf mich – auf gegerbt und weise machen. Mit einem Männer-Klischee-Text gehört „Rollercoaster Girl“ zum „Like a Rolling Stone“-Genre. Trotzdem nach mehrmaligem Durchhören noch das beste Stück.
Carsten: Das Mackergehabe stößt mich auch ab. Bei der Stimme von Robert Laupert habe ich zunächst sogar aufgehorcht, aber wie bei Annenmaykantereit gewöhnt man sich schnell, und dann hat man einen freien Blick auf langweilige Songs und Arrangements.
Mitja: Solch mimosenhafte Stimmen gefallen mir meist auch nicht, aber L’aupaire erinnert mich ein wenig an Dillon. Trotzdem sagen mir eher die weniger gequäkten Songs wie „Flowers“ zu. Daneben bleibt aber „Rollercoaster Girl“ auch für mich der Hit eines Debüts, das erstaunlich wenig Kinderkrankheiten aufweist.
Philipp: Das bleibt zumindest erst einmal hängen, weil diese markante Stimme zur Zeit eine der wenigen ist, die nicht rein und unmittelbar wieder raus gehen. Dieses Quäkige erinnert mich eher an Clap Your Hands Say Yeah. Das ist ein Pluspunkt, heißt aber noch nicht, dass ich das hier bedingungslos feiere. Dafür setzt der Multiinstrumentalist zu oft auf gemütlich bis belanglose Produktion.
Musik

- Review

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