„Les Misérables“: Einen Verbrecher zähmen
Grégory Gadebois spielt in der Neuverfilmung von Victor Hugos Klassiker „Les Misérables“ die Hauptrolle. Ab Donnerstag läuft der Film von Éric Bresnard im Kino.
Südfrankreich im Jahre 1815. Eine zerlumpte Gestalt wandert durch die Gassen eines kleinen Bergdorfs. Auf der Suche nach etwas Essen und einer Bleibe findet er Unterschlupf im Haus des Bischofs Bienvenu. Unbeeindruckt davon, dass der Fremde ein gerade entlassener Sträfling ist, bietet er ihm Zuflucht. „Les Misérables“ startet in dieser Woche in den Kinos.
Der Name des des unbekannten Besuchers ist Jean Valjean (Grégory Gadebois). Durch die Herzlichkeit des Geistlichen scheinen die inneren Dämonen des gepeinigten Mannes langsam zu schwinden, doch seine Wut auf die Gesellschaft wird durch die Ablehnung der Dorfgemeinschaft immer wieder entfacht. In Rückblenden zeichnet „Les Misérables“ das Bild eines sensiblen Mannes, den die Gefangenschaft schwer gezeichnet hat. Wer in Éric Bresnards („ Birnenkuchen mit Lavendel“) Verfilmung einen x-ten Aufguss des Klassikers erwartet, wird angenehm überrascht. Der Regisseur hat aus den ersten 150 Seiten von Victor Hugos Werk ein dichtes Kinoerlebnis geschaffen, das den inneren Kampf seiner Titelfigur erzählt. Grégory Gadebois („Final Cut of the Dead“, „Ein Glücksfall“) kann mit seiner schauspielerischen Leistung an die seiner legendären Vorgänger Jean Gabin und Lino Ventura durchaus anschließen.