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„Snow Waltz“ von Lindsey Stirling: Stille Nacht, schaurige Nacht

Linsey Stirling Portraitfoto liegend mit überdimensionierter Schleife
Foto: Cara Robbins

Stargeigerin Lindsey Stirling ist ein großer Weihnachtsfan. Doch auf „Snow Waltz“ tummeln sich überraschend viele Skelette.

Lindsey Stirling, mit „Snow Waltz“ veröffentlichst du bereits dein zweites Weihnachtsalbum. Ich muss wohl nicht fragen, was dein Lieblingsfeiertag ist, oder?

Lindsey Stirling: Ich habe Weihnachten schon immer geliebt, aber ich mag auch einfach Konzepte. Darum macht mir die Weihnachtszeit so viel Spaß: Alle sind auf einer Wellenlänge, alle verstehen, worum es geht. Für eine Künstlerin ist das natürlich ein Geschenk. Außerdem ist es für uns zu einer Tradition geworden, eine Weihnachtstour zu machen, dieses Jahr zum fünften Mal. Es war also höchste Zeit für neue Musik zum Thema – und für neue Musikvideos.

Dabei sind die Vibes dieses Mal nicht rein weihnachtlich, manchmal klingt auch Halloween an.

Stirling: Es macht Spaß, düstere Untertöne mit fröhlichen Geigenmelodien und Glöckchen zu mischen. Das hat für mich etwas von Danny Elfman, vor allem von seinem Soundtrack zu „Nightmare before Christmas“. Weihnachten und Halloween überlappen sich in meinem Kopf sowieso. Ein Song wie „Snow Waltz“ passt einfach zu beiden Feiertagen. Andere Tracks wie „Feliz navidad“ oder „Joy to the World“ sind aber pures Weihnachten.

Im Video zu „Snow Waltz“ sieht man sofort diese Überlappung, die du meinst: Du und deine Tänzerinnen tragen Kostüme, die halb nach Weihnachten und halb nach Skelett aussehen.

Stirling: Die Videos sind ein wichtiger Teil meiner Musik. Manchmal geht die Idee zum Video sogar der Idee zum Song voran. Beim Schreiben von „Snow Waltz“ hatte ich schnell eine klare Vorstellung, was ich machen wollte. Ich habe an den Saiten meiner Violine gezupft und gedacht: Das klingt nach Skeletten! Aber weihnachtlich! Das Video hat besonders Spaß gemacht, weil ich sehr kreativ sein konnte und die Kostüme selbst gebastelt habe – wochenlang jede Nacht ein bisschen mehr. Es gab einfach keine Kostüme dieser Art, die wir hätten kaufen können, also musste ich selbst ran.

„Ich liebe die Tradition, bei der alle Familienmitglieder die gleichen Weihnachts-Schlafanzüge tragen.“ Lindsey Stirling im Interview zu ihrem neuen Album „Snow Waltz“

Wie sieht Weihnachten im Hause Stirling aus?

Stirling: Ich liebe die Tradition, bei der alle Familienmitglieder die gleichen Weihnachts-Schlafanzüge tragen. Und ich liebe es, wenn das ganze Haus nach Gebäck riecht. Am tollsten ist, dass ich nicht nur Traditionen mit meiner richtigen Familie teile, sondern mittlerweile auch mit meiner Tourfamilie, weil wir ja um Weihnachten herum unterwegs sind: Auf Tournee wichteln wir immer, von einem Bus zum anderen.

Was hast du da alles schon so geschenkt bekommen?

Stirling: Lass mich mal nachdenken … ein kleines Megafon, mit dem ich umherlaufen und den Leuten Befehle zubrüllen kann. (lacht) Jemand anderes hat mir eine Maschine geschenkt, um Strickmützen aus Garn herzustellen. Das waren wohl meine beiden Lieblingsgeschenke.