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„Logic Drama“ von Robots Of The 80s: Mensch, Maschine – und alles dazwischen
Mit „Logic Drama“ geht das Synthpop-Projekt Robots Of The 80s den zunehmend schwindenden Grenzen zwischen Mensch und Maschine auf den Grund.
Geht es um technischen Fortschritt, scheint es schnell nur noch zwei zulässige Meinungen zu geben. Entweder soll uns die Technik aus all den Krisen befreien, oder sie ist des Teufels Werkzeug. Und irgendwo dazwischen changieren dann wohl Robots Of The 80s. Heiko Wersing, kreativer Kopf hinter der Wave- und Synthgruppe, ist seit jeher fasziniert von Robotergeschichten und dem so eigenwilligen Sound von Kraftwerk. Und so verhandelt „Logic Drama“, das für den 6. Februar angekündigte zweite Album von Robots Of The 80s, ein ganz zentrales Thema aus der Sci-Fi- und Kraftwerk-Welt: das Verhältnis von Mensch und Maschine.
Es sind die zwischen Mensch und Maschine verlaufenden und in Zeiten von KI kaum noch erkennbaren Grenzen, die Wersing so interessieren. „Logic Drama“ ist ein Spiel mit jenen Uneindeutigkeiten. Tritt bei dem düsteren Wave-Banger „Elevate“ die Sängerin Sylvia Wersing noch mit der Maschine in einen Dialog, berichtet sie auf dem ätherischen Synthpopsong „Klara“ schon aus dem Leben eines fürsorglichen Roboters. Doch damit nicht genug. Stellt der düster brodelnde Synthkoloss „Code“ die provokante Frage, ob nicht auch der Mensch bloß das Ergebnis eines besonders komplexen Quellcodes ist, während der Italo-Disco-Song „We are one“ gleich noch eine steilere, bereits im Titel angelegte und je nach Lesart dystopische oder utopische These hinterherschießt: Ist die Grenze zwischen Mensch und Maschine womöglich gar nicht länger nötig? Sind wir nicht längst alle eins wie bei der Sci-Fi-Serie „Pluribus“?
Dass sich diese Gedankenexperimente auf elegant dahingleitenden und dancy Instrumentals ergießen, die wahlweise an The Human League, Propaganda oder Vangelis erinnern, macht sie nur umso spannender. Zumal das vom deutschen Animationskünstler Lorenz Foth produzierte Video zur oben erwähnten Vorabsingle „Elevate“ der ungebremsten Faszination einen Riegel vorschiebt. Denn: Wersing weiß auch, so richtig rosig sieht eine Zukunft, in der die KI erst einmal sämtliche Arbeiter:innen wegrationalisiert hat, nicht aus.