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Love is a Verb #2: Herzschmerz auf der Bühne

Liebe ist politisch. Und wenn die Liebe Narben auf dem Herz hinterlässt? Ebenfalls, weiß das Festival Love is a Verb #2 im Berliner Hebbel am Ufer.

Love is a Verb #2 ist am HAU Hebbel am Ufer zu ehen.
Szene aus „La Gouineraie/Der Lesbengarten“ (Foto: Marikel Lahana)

Die Liebe ist etwas, was praktiziert werden will: „Love is a Verb“, „Liebe ist ein Tätigkeitswort“ nennt sich ein kleines Festival, das das Berliner Theaterkonglomerat Hebbel am Ufer vor zwei Jahren erstmals ausrichtete. Und natürlich ging es dabei nicht ausschließlich um die Freuden der Zweisamkeit, sondern auch um die politische Sprengkraft, die der Liebe innewohnt: Künstler:innen wie Melanie Bonajo, Ivo Dimchev oder Sadie Lune entwarfen Alternativen zur Zweierbeziehung, dachten Mutterschaft als Solidaritätsbeziehung neu oder beerdigten die Institution Ehe. Mit Lust, versteht sich.

Und weil die erste Ausgabe erfolgreich den Finger in eine Wunde legte, gibt es vom 6. bis 18. Oktober eine Fortsetzung: „Love is a Verb #2“ steht unter dem Motto „We, the Heartbroken“ und verhandelt die Frage, inwiefern das Einlassen auf die Liebe auch Verletzungen und gebrochene Herzen zur Folge hat. Und: ob sich diese Herzbrüche womöglich in politische Kraft transformieren lassen. Basis ist ein gleich betitelter Essay der Kulturtheoretikerin Gargi Bhattacharyya, in dem diese Herzschmerz nicht nur als persönlichen Verlust beschreibt, sondern als Erkenntnis, was in der Welt aktuell alles zerbricht. „Herzschmerz wird zum Ausdruck einer Welt, die verwundet ist – und zugleich zum Ausgangspunkt für Solidarität“, kündigt das Hebbel am Ufer an. „Denn gerade in der gemeinsamen Erfahrung der Verletzlichkeit entsteht die Möglichkeit, miteinander in Verbindung zu treten.“

Tanz, Musik und Performance

Aber weil das Hebbel am Ufer immer noch eine Theaterinstitution ist, wird diese Weltverwundung nicht (ausschließlich) theoretisch reflektiert, sondern findet ihren Niederschlag auch in Tanz, Musik und Performance, gleichberechtigt neben diskursiven Programmpunkten. Knapp zwei Wochen lang gibt es unter anderem Tanz von Ali Chahrour („The Love behind my Eyes“), Performance von Rébecca Chaillon und Sandra Calderan („La Gouineraie/Der Lesbengarten“) sowie Theater von Nikusha Bakradze, Sopho Zeragia, Magda Lebanidze, Tamri Okhikiani, Sandro Samkharadze und Davit Khorbaladze („Nothing political“) zu sehen.

Das Programm und Tickets gibt es hier.

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