KUNST

„Mapping the Collection“ wirft neuen Blick auf US-Kunst

MUSEUM LUDWIG Mapping the Collection
Harry Gamboa Jr. from the Asco era, First Supper (After A Major Riot), 1974 © 1974, Harry Gamboa Jr.

Mit „Mapping the Collection“ startet das Museum Ludwig ab heute, dem 24. April, eine siebenteilige Videoreihe zur Ausstellung, die eigentlich heute eröffnen sollte, auf Grund der Corona-Krise jedoch verschoben wurde. Die Eröffnung wird nun am 19. Juni stattfinden – digital und live auf Instagram. Bis dahin zeigt das Museum Ludwig ab heute jeden Freitag Video-Einblicke in die Ausstellung auf seiner Homepage und den Social Media-Kanälen:

 

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As we had to postpone the opening date of the exhibition „Mapping the Collection“, which will now hopefully open on June 20, we have prepared a video series for you in which the curator of the exhibition @terraamericanart fellow @whitespaces will give you some first insights about the works and artists that will be exhibited. The videos will be published weekly on our social media channels and on our website. . Da wir die Eröffnung der Ausstellung „Mapping the Collection“ verschieben mussten, stellt euch die Kuratorin der Ausstellung und @terraamericanart Stipendiatin, @whitespaces, Arbeiten und Künstler*innen der Ausstellung in einer neuen Videoserie wöchentlich vor. Bis zum Beginn der Ausstellung – voraussichtlich am 20. Juni – könnte ihr euch die Videos auf unseren Social Media Kanälen und unserer Website anschauen. . 🎥: @artbeatsberlin . #mappingthecollection #museumludwig

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Um was geht es in der Ausstellung?

Die US-amerikanische Kunst der Sechziger und Siebziger. Was kommt da in den Sinn? Genau! Warhol, Pollock, Lichtenstein und Co. Vielleicht noch Rauschenberg und Rothko. Alle weiß und männlich. Fehlt da nicht was? Wenn man bedenkt, dass in genau diese Zeitphase auch die Bürgerrechtsbewegung fällt, liegt die Frage nahe, wie die Kunst auf diese antirassistische soziale Bewegung reagiert hat. Es war die Zeit der Black Power, der Chicanos und der ethnischen Minderheiten. Auch die zweite Welle der US-Frauenrechtsbewegung startete in dieser Zeit. Genug Stoff also, um sich in der Kunst zu repräsentieren.

Dass diese sich erst in den letzten Jahren vermehrt mit postkolonialen und queer-feministischen Perspektiven auseinandersetzt ist ein Thema für sich. Manche Mühlen mahlen eben recht langsam. Umso spannender, dass das Museum Ludwig dank eines neuen Forschungsprojektes seine 60er und 70er US-Sammlung einmal genauer unter die Lupe nimmt. Wenn wir den Blick auf unterrepräsentierte Positionen lenken, lassen sich dabei „artists of Color“ wie Ana Mendieta entdecken.

Die kubanisch-amerikanische Allroundkünstlerin verband Performance mit Land Art, Film und Fotografie. Ebenso vielseitig mit bikulturellen Hintergrund ist der Chicano-Künstler Harry Gamboa Jr. unterwegs. Dieser gründete das mexikanisch-amerikanische Kunstkollektiv Asco, das auf die politischen und sozioökonomischen Entwicklungen seiner Zeit mit aktivistischen Performances reagierte. So entstand unter Anderem das Werk „First Supper (After A Major Riot)“ (siehe Abb.). Das Asco-Kollektiv ließ sich bei seinen künstlerischen Protestaktionen maßgeblich vom Dadaismus und der Arte Povera inspirieren.

Es gibt sie schon lange, die Kunst, die aus dem Rahmen fällt, die auf sich aufmerksam macht, die anders sein will und es auch ist. Zeit, sie mehr in den Vordergrund zu rücken! jb