MUSIK

Willkommen zur Ost-West-Therapie von Marteria und Campino

Marteria
Der Rapper Marteria.Foto: Paul Ripke
  • Punkrocker Campino und Rapper Marteria tun sich musikalisch gegen Vorurteile zusammen.
  • Die deutschen Musikgrößen, einer „Wessi“, der andere „Ossi“, sind enge Freunde und machen sich Gedanken zur deutschen Einheit.
  • Das Ergebnis: Die Single „Scheiß Wessis“ und das passende Pendant „Scheiß Ossis“.
  • In einem Interview ordnen die Musiker die Songs auch in den neuen Kontext angesichts des russischen Angriffskrieges in der Ukraine ein.

Die Tatsache, dass Ost-West-Klischees auch über 30 Jahre nach dem Mauerfall immer noch ein Fremdeln und jede Menge ernsthafter Vorurteile zwischen Ost- und Westdeutschen manifestieren, wollen die beiden langjährigen Freunde Andreas Frege alias Campino und Marteria, der eigentlich Marten Laciny heißt, nicht länger hinnehmen. Rostocker Marteria und Campino aus Düsseldorf machen also gemeinsame Sache.

In bester Musikermanier haben die beiden sich der Frage gestellt, warum man überhaupt noch von Ost- und Westdeutschen spricht. Ihre persönlichen Antworten haben sie als Doppelsingle verarbeitet und wollen so vor allem den hasserfüllten „Scheiß Ossi!“- und „Scheiß Wessi“-Rufen den Wind aus den Segeln nehmen. Doch wie kam es dazu, dass die beiden in ihren neuen Songs jeweils die eigenen Vorurteile und gleichzeitig weit verbreiteten Ressentiments unter die Lupe nehmen?

 

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Vor ziemlich genau zehn Jahren trafen sich der Rostocker Hip-Hop-Act Marteria und der Düsseldorfer Rockmusiker Campino beim Fußballspielen im Backstage-Bereich eines Festivals und bezeichnen die Begegnung auch heute noch als „Liebe auf den ersten Blick“. Kurz darauf kam „Ballast der Republik“, das 15. Studioalbum der Hosen. Ein Teil der Liedtexte auf der Erfolgsplatte ist in Zusammenarbeit mit dem Hip-Hop-Musiker Marteria entstanden.

Marteria und Campino: Brüder im Geiste

Es ist also nicht das erste Mal, dass Marteria und Stadionpunk Campino mit seiner Band Die Toten Hosen eine Allianz bilden. Und dass beide die Haltung vertreten, dass man nicht stolz darauf sein kann, wo man geboren wurde, ist auch kein Geheimnis. Die beiden Tracks sind eine logische Konsequenz ihrer persönlichen Geschichte, in der sie auch selbst immer wieder mit Vorurteilen konfrontiert waren. Ein knackiges Interview inklusive einer Einordnung der Tracks angesichts des Krieges in der Ukraine gibt es hier. Jetzt wollen sie uns alle von der Spaltung durch Ost-West-Klischees heilen. Dafür gehen sie beispielhaft voran und unterziehen sich in den Videos zu den Singles einer „Ost-West-Therapie“.

Ob ihnen die Wiedervereinigung der Herzen gelingt?

Schau dir hier die Videos zu „Scheiß Wessis“ und „Scheiß Ossis“ an

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