MUSIK

Masha Qrella – Keys

Jede Woche stellen wir hier eine spannende Neuerscheinung zur Debatte. Es diskutieren Philipp Kressmann, Mitja Steffens und Carsten Schrader von der kulturnews. Und ein Gast: Markus Göres, der als Autor, Mitbetreiber des Kulturzentrums Schlachzhof Wiesbaden und PR-Agent seit vielen Jahren in der Musikszene unterwegs ist. Derzeit wohnt er in Berlin und ist unter anderem für Staatsakt, Mute, Neue Meister und Groenland Records tätig.

Markus: Ein bunter Strauß Indietronics! Im Fokus: ein entspanntes Songwriting, weniger elektronisch grundiert als zuvor, dafür mit mehr Anklängen an Air, Robert Foster, späte Roxy Music. Erhalten geblieben ist Masha Qrellas Hang zu bittersüßer Melancholie und das Wissen darum, das jedem Anfang ein Ende innewohnt.

Philipp: Leider ist ihr herrlich verfranster Soulpop aber nur streckenweise richtig mutig. Einige Songs baden in Mittelmäßigkeit, und die Disco hat schon früh dicht gemacht. Trotzdem: ein übersolides Album.

Mitja: Dass „Keys“ überwiegend so schön ungeschliffen bleibt, lässt die Platte noch knapp dem Einheitsbrei englischsingender Popmusikerinnen aus Deutschland entfliehen. Die von Philipp bemängelten Discoöffnungszeiten höre ich aber auch, zumal sich Masha Qrella tonal keine wirklichen Ausreißer traut. So bleibt sie zwar für sich, verklumpt aber doch ein wenig in Richtung Brei.

Carsten: „Pale Days“ ist perfekt für den Heimweg nach der Disco, und über die Single „DJ“ schreibt Dirk von Lowtzow: „Habe ich neulich zehnmal hintereinander gehört und bin in der Wohnung rumgetanzt.“ Philipp, Mitja, was kümmern euch da die Discoöffnungszeiten? Und: Hat Dirk von Lowtzow nicht immer recht?

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