MUSIK

Me And My Drummer – Love is a Fridge

Drei Jahre nach der Veröffentlichung ihres Debüts „The Hawk, the Beak, the Prey“ zeigt das in Berlin ansässige Duo Me And My Drummer mit „Love is a Fridge“, wie ein gutes zweites Album sein sollte. Während das Album mit Songs wie „Gun“ und „Easy on me“ überraschend elektronisch und tanzbar einsteigt, stellen die verträumten Synthieflächen von „Pentonville Road“ und „Pargue I & II“ die Verbindung zum Erstling her, bevor es dann nach hinten raus wieder experimenteller wird. Sängerin Charlotte Brandi spielt jetzt auch Gitarre, und Stücke wie „Grown up Shape“ oder „Traces in the Sand“ verneigen sich vor den großgestigen Popkompositionen der 70er.

Me And My Drummer haben mit dem zweiten Album viel gewagt – und gewinnen: „Love is a Fridge“ darf man getrost schon im Februar zu den aufregendsten Alben rechnen, die hierzulande in diesem Jahr erscheinen werden.

Im Interview verrät Charlotte Brandis, dass bei der Albumproduktion mitunter knallhartes Durchgreifen erforderlich war.

Charlotte, auf dem Weg zum zweiten Album habt ihr nicht nur eine fertig aufgenommene Platte in die Tonne getreten, sondern euch zwischenzeitlich auch von Plattenfirma, Bookingagentur und dem ganzen Team getrennt. Wollten euch alle reinreden?
Charlotte Brandi: Weil man ja weiß, dass die Charlotte eine selbstbewusste, toughe Frau ist, hat sich niemand getraut, ihr wie einem kleinen Mädchen Ratschläge zu geben. Aber es gab wirklich alles an Subtext, was man sich in dieser Richtung vorstellen kann. Am Ende hat es sich viel freier angefühlt, nur zu zwei zu überlegen, wo es eigentlich hingehen soll.

Auf „Love is a Fridge“ habt ihr ziemlich viel gewagt und Neues ausprobiert: Mal klingt ihr ungewohnt elektronisch, dann zitiert ihr die 70er, und vor allem spielst du jetzt auch Gitarre.
Brandi: Es klingt so richtig klischeemäßig, aber ich habe ja immer Klavier gespielt, und als ich dann das erste Mal eine E-Giarre in der Hand hielt, war das ein Befreiungsschlag und die pure Rebellion.

Der Albumtitel ist dann aber doch eine eher merkwürdige Parole …
Brandi: Eine Wahrsagerin hat mich so bezeichnet – ohne zu wissen, dass mich auch ein Exfreund mal mit einem Kühlschrank verglichen hat. Weil die Platte sehr filmisch und auch sehr romantisch ist, kam uns „Life is a Bitch“ in den Sinn, und von da war es nicht mehr weit zu „Love is a Fridge“. Rückwärts gelesen ergeben die Anfangsbuchstaben übrigens das Wort „Fail“. Das hat mir auch sehr gefallen.

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