KUNST

Ausstellung „Der geteilte Picasso“ im Museum Ludwig

Museum Ludwig: „Der geteilte Picasso“
Picasso signiert Mitgliedern der Freien Deutschen Jugend (FDJ) von ihm gestaltete Tücher auf dem internationalen Jugendkongress in Nizza 1950. Die FDJ war die größte Jugendorganisation in der DDR. Bis zum Verbot 1951 bestand sie auch in Westdeutschland.Kunstmuseum Pablo Picasso Münster © Succession Picasso/VG Bild-Kunst, Bonn 2021 Foto: Kunstmuseum Pablo Picasso Münster

Kann man Picasso mit unterschiedlichen Augen betrachten? Nun, auf den Gemälden des spanischen Malers muss manchmal schon genau hinsehen, um zu erkennen, welches Auge zu welcher Person gehört und ob nicht eins zu viel da ist, zum Beispiel auf „Die Umarmung (Der Kuss)“. Die Ausstellung „Der geteilte Picasso“ im Museum Ludwig zielt vom 25. September bis 30. Januar 2022 auch auf etwas anderes ab: die unterschiedliche Rezeption Picassos in der kapitalistischen BRD und der sozialistischen DDR. Denn Pi­cas­so eignete sich ideal als Galions- und Pro­jek­tions­fig­ur in bei­den deutschen Staat­en. Er war zwar Mit­glied der Kom­mu­nis­tischen Partei Frankreichs, un­ter­stützte Be­frei­ungskämpfe und Frie­den­skon­gresse. Aber er lebte im West­en und ließ es zu, dass die bürg­er­liche Kri­tik in der Rezeption aus ihm ein un­poli­tisches Ge­nie machte. Welche Werke wur­den auf welcher Seite des Eisernen Vorhangs gezeigt? Sah der West­en die Kunst, der Os­ten die Pol­i­tik?  Und wie sah Picasso seine Kunst und die Sicht von Außen darauf selbst?

Museum Ludwig: Picasso mal zwei

Mit 150 Exponaten, Ausstellungsansichten, Plakaten und Katalogen, Presseberichten, Briefen, Akten, Filmen und Fernsehberichten wird dem sozusagen geteilten Picasso nachgespürt. Die meisten Exponate kommen bei der Austellung aus der Picasso-Sammlung von Peter und Irene Lud­wig, die immer noch eine umfangreichsten Sammlungen weltweit ist.

Für die Auss­tel­lung wur­den zwei Ar­beit­en in Auf­trag gegeben. „Die Ar­chitek­tur des Kün­stlers Er­an Schaerf verknüpft das aus­gestellte Ma­te­rial, ohne kün­st­lerische Werke und ihren sozialen Ge­brauch hi­erarchisch zu glied­ern. Ein­baut­en aus Holz, schräg platzierte Stell­wände, das Auss­paren der Mu­se­um­swände ver­mit­teln den Ein­druck ein­er ge­plan­ten Un­abgeschlossen­heit. Das einzelne Ex­po­nat schiebt sich nicht aus dem Zusam­men­hang, die ei­gene Aneig­nung bleibt wahrnehm­bar. – Peter Nestlers Film Pi­cas­so in Val­lau­ris wurde im Jan­uar 2020 ge­dre­ht, um Pi­cas­sos Wandgemälde Krieg und Frie­den in die Auss­tel­lung zu brin­gen. Der Film ge­ht von Pi­cas­sos Pro­duk­tion, sei­nen Bezie­hun­gen und poli­tischen Verbin­dun­gen aus und blickt von dies­er Ver­gan­gen­heit her auf die Men­schen, die heute in Val­lau­ris leben.“

Karten für die Ausstellung „Der geteilte Picasso“ gibt es hier.

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